Bis zum Jahr 2030 soll das Ausbauziel auf 20 Gigawatt (GW) und bis zum Jahr 2040 auf 40 GW erhöht werden (Quelle: DOTI/Matthias Ibeler)

Bundeskabinett ändert Windenergie-auf-See-Gesetz

Das Bundeskabinett hat eine Änderung des Windenergie-auf-See-Gesetzes beschlossen. Ein wesentlicher Teil des Gesetzentwurfs ist die Erhöhung des Ausbauziels auf 20 Gigawatt (GW) bis zum Jahr 2030 und 40 GW bis 2040. „Wir begrüßen den heutigen Beschluss des Bundeskabinetts zur Anpassung des Windenergie-auf-See-Gesetzes und der damit verbundenen Erhöhung des Ausbauziels auf 20 GW bis 2030 für die Offshore-Windenergie in Deutschland. Damit erhalten alle Akteure der Branche Planungs- und Investitionssicherheit. Das stärkt den Klimaschutz und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung am Standort Deutschland. Auch die Erhöhung des Ausbauziels auf 40 GW bis 2040 verbessert die Planungssicherheit weiter“, kommentiert Andreas Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Offshore-Windenergie, die Entscheidung. „Die Offshore-Windenergie ist entscheidend für den Erfolg der Energiewende und die industrielle Entwicklung.“

Wichtig sei zudem, dass jetzt sichere Refinanzierungsbedingungen für die zukünftigen Ausschreibungen festgelegt werden, denn Offshore-Windparks sind durch hohe Investitionssummen geprägt. Daher müssen die Projekte wirtschaftlich kalkuliert werden können, so Wagner. Hier müsse das Gesetz noch nachgebessert werden.

Eine sichere Refinanzierungsperspektive im Rahmen eines „Contract-for Difference“-Modells kann dem Geschäftsführer zufolge die Stromgestehungskosten aufgrund von geringeren Finanzierungsrisiken bei künftigen Projekten deutlich senken. Dies zeigten auch die Erfahrungen im Ausland. Darüber hinaus könnte mit einem solchen Modell die Realisierungswahrscheinlichkeit der Projekte deutlich erhöht werden. Damit würde auch die Attraktivität des Standortes Deutschland im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern steigen und der Wettbewerb im Bietermarkt gestärkt werden. Laut Wagner ist dies vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Corona-Krise von besonderer Bedeutung. Die Politik sollte sich über die Ausgestaltung eines optimalen Vergütungssystems konstruktiv und offen mit der gesamten Offshore-Windindustrie insbesondere mit Vertretern von Betreiberunternehmen, Herstellern und den Branchenorganisationen austauschen. So könnten optimale Lösungen für den weiteren schnellen und kosteneffektiven Ausbau der Offshore-Windenergie gefunden werden.

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Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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