Bei der Kiellegung: v.l. Mateusz Zylis, Jessica Bröring und DGzRS-Inspektor Holger Freese (Foto: DGzRS)

28 m-Seenotkreuzer auf Kiel gelegt

Bei der Werft Fr. Fassmer in Berne ist das Typschiff einer neu entwickelten Klasse von Seenotkreuzern für die Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf Kiel gelegt worden. Der völlig neu konstruierte 27,90 m lange, 6,2 m breite und 2 m tiefgehende Seenotkreuzer ist als leistungsfähiger Nachfolgetyp für die bewährte 27,5 m-Klasse vorgesehen.

Der Neubau ist für eine Besatzung von 9/4 (Stamm/Einsatz) Personen konzipiert. Mit einer Antriebsleistung von 1440 kW erreicht das 120 t verdrängende Schiff eine Geschwindigkeit von 24 kn. In der für Seenotkreuzer typischen Heckwanne werden die 28 m-Seenotkreuzer jeweils ein rund acht Meter langes Tochterboot mit sich führen. Im Gegensatz zu den jüngsten Vorgängerneubauten wird es sich dabei jedoch nicht um schnelle Festrumpfschlauchboote (RIB = Rigid Inflatable Boat) handeln. Denn für ein den Anforderungen der DGzRS genügendes vollwertiges Tochterboot mit geschlossener Kajüte in RIB-Bauweise sind die neuen 28 m-Seenotkreuzer zu kurz. Sie erhalten deshalb moderne Weiterentwicklungen der jüngsten Tochterboote der bestehenden 27,5 m-Klasse. Den Auftrag zum Bau der ersten drei Einheiten hat die DGzRS an die Fassmer-Werft vergeben.
Das Typschiff der neuen 28 m-Klasse soll nach derzeitigen Planungen auf Amrum stationiert werden. Dort soll es die 23,3 m lange „Vormann Leiss“ ersetzen, den dienstältesten Seenotkreuzer an der schleswig-holsteinischen Westküste (Baujahr 1985). Gemeinsam mit den in den vergangenen Jahren in Dienst gestellten Seenotkreuzern der Nachbarstationen wird der Neubau diesen Teil der viel befahrenen Deutschen Bucht absichern. Die DGzRS beabsichtigt, die neue Rettungseinheit zu ihrem 150-jährigen Bestehen am 30. Mai 2015 zu taufen und in Dienst zu stellen.

Schiffbau
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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