Marineüberwasserschiffbau wird Schlüsseltechnologie

Das Bundeskabinett hat das neue Strategiepapier der Bundesregierung zur Stärkung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie verabschiedet. Der Marineüberwasserschiffbau gehört nun zu den nationalen verteidigungsindustriellen Schlüsseltechnologien.

Das neue Papier ersetzt die vorher getrennten Strategiepapiere zur Verteidigungsindustrie aus dem Jahr 2015 und zur zivilen Sicherheitsindustrie aus dem Jahr 2016. In ihm werden nun auch der Marineüberwasserschiffbau sowie die Elektronische Kampfführung zur Schlüsseltechnologie deklariert.

Mit dieser Erklärung sollen darüber hinaus in den von Schlüsseltechnologien berührten Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovationen gestärkt sowie Rahmenbedingungen für eine effiziente Produktion geschaffen werden. Weiterhin sind die Optimierung des Beschaffungswesens, die politische Flankierung von Exporten sowie deren verantwortungsvolle Kontrolle beabsichtigt. Auf diese Art will die Bundesregierung industrielle Kernfähigkeiten und strategisch relevante Entwicklungskapazitäten in Deutschland erhalten und fördern.

„Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist damit eine Branche von nationalem und europäischem Interesse. lm Rahmen einer gesamtpolitischen Abwägung strebt die Bundesregierung daher mit dem Strategiepapier an, die Rahmenbedingungen für die Unternehmen dieser Industrie weiter zu verbessern“, heißt es in der Kabinettsvorlage.

„Der VSM begrüßt diese Entscheidung außerordentlich. Wir haben seit Langem die Aufnahme des gesamten Marineüberwasserschiffbaus in die Liste der Schlüsseltechnologien gefordert. Für künftige Beschaffungsvorhaben und Exportaufträge ist diese Kategorisierung unverzichtbar. Zudem ist unsere innovative, leistungs- und wettbewerbsfähige Marineschiffbauindustrie ein wesentlicher Baustein für die Bündnis- und Kooperationsfähigkeit Deutschlands und der EU“, so VSM-Geschäftsführer Christian Schilling. „Wir freuen uns über dieses wichtige Signal der Bundesregierung, um nun den notwendigen Dialog zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Bedarfsträger, Beschaffungswesen und Industrie anzugehen und danken dem Parlament, dem Maritimen Koordinator und den Bundesländern für ihren Einsatz und ihre Unterstützung.“

Schiffbau
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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