Maritime Zuliefer-Allianz will Forschungs- und Produktionskooperationen vertiefen

Der Kooperationsverbund Regionales Innovationscluster maritimer Zuliefer-, Ausrüstungs- und Dienstleistungsunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern (RIC MAZA MV) hat auf einer Klausurtagung in Hasenwinkel bei Warin die strategischen Linien für die Arbeit des Netzwerkes im neuen Jahrzehnt beraten. Mehr als 50 Vertreter des Kooperationsverbundes diskutierten mit Landespolitikern, Werftmanagern und Verbandsvertretern über zukunftsrelevante Herausforderungen für den Schiffbau und die Zulieferindustrie.

„In zwei Entwicklungsetappen bis zum Jahr 2023 bzw. 2025 wollen wir den Kooperationsverbund zu einem strukturbedeutsamen Regionalen Innovationsverbund der maritimen Industrie in MV qualifizieren, dessen Kernanliegen in einer eng verzahnten Forschungs- und Produktionskooperation zwischen den Werften und den maritimen Zulieferern besteht“, hob Dr. Thomas Kühmstedt, Vorsitzender des Vorstandes von RIC MAZA MV, hervor. „Dabei geht es vorrangig darum, mit innovativen Erzeugnissen, Technologien und modularen Systemen in der schiffbaulichen Wertschöpfungskette die internationale Wettbewerbsfähigkeit der einheimischen maritimen Zulieferindustrie zu sichern und weiterzuentwickeln.“ Ein Schwerpunkt bildet die Industriestrategie 4.0 und die damit einhergehende Digitalisierung administrativer und produktionstechnischer Prozesse in den Unternehmen.

Der starke konjunkturelle Aufschwung im Schiffbau Mecklenburg-Vorpommerns in jüngster Vergangenheit bildet dafür eine solide Basis. „Eng verbunden mit unserem partnerschaftlich vernetzten Engagement haben die Mitgliedsunternehmen im Verbund RIC MAZA seit 2017 ihre vorrangig schiffbaulichen Industrieleistungen jährlich um mehr als zehn Prozent gesteigert“, betonte Clustermanagerin Antje Abert. Das Leistungsvolumen beträgt derzeit 330 Mio. Euro im Jahr. Davon entfielen auf die Werften im Land und da insbesondere auf die Schiffbaugruppe MV Werften rund 120 Millionen Euro.

Auf der Klausurtagung wurden schwerpunktmäßig neben zukünftigen Herausforderungen im internationalen Wettbewerb und sich abzeichnenden Bedarfen an technisch anspruchsvollen maritimen Produkten und Technologien vor allem die weitere Forschungs- und Entwicklungs-arbeit im Kooperationsverbund RIC MAZA diskutiert. Der 1. Stellvertreter des Vorsitzenden des Vorstandes Dr. Hans-Gerd Bannasch verwies darauf, dass gezielt die Zusammenarbeit kleiner und mittlerer Unternehmen mit den Forschungseinrichtungen und den Hochschulen im Kooperationsverbund vertieft werden müsse. Um diesen Prozess forcieren zu können, verfüge das maritime Cluster über die passende Mitgliederstruktur. So gehören zum Verbund RIC MAZA die Rostocker Fraunhofer-Einrichtung IGP, das Ingenieurbüro Neptun Ship Design, die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt M-V, die Fachrichtungen Maschinenbau und Seefahrt der Hochschule Wismar sowie der Fachbereich Maschinenbau und Elektronik der Hochschule Stralsund. Einig waren sich die Tagungsteilnehmer mit den Vertretern aus der Landespolitik und dem Wirtschaftsministerium, die Förderkulisse des Landes entsprechend auszugestalten. Im Ergebnis der Klausurtagung soll zu Jahresbeginn 2020 der Mitgliederversammlung des Kooperationsverbundes eine Beschlussvorlage für das „Langfristige Strategiekonzept RIC MAZA MV bis 2025“ vorgelegt werden.

Schiffbau
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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