ThyssenKrupp Marine Systems will zukünftig sowohl Neubaukomponenten als auch Ersatzteile im 3D-Druckverfahren herstellen (Quelle: TKMS)

TKMS fertigt U-Bootkomponenten im 3D-Druck

ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) will vermehrt U-Bootbauteile im 3D-Drucker fertigen lassen. Dafür soll das ThyssenKrupp TechCenter Additive Manufacturing aus Mülheim an der Ruhr bis zum Sommer 2020 an den Kieler Unternehmensstandort umziehen.

Die Produktion der Komponenten per 3D-Druck hat laut TKMS entscheidende Vorteile gegenüber der herkömmlichen Fertigung. So können kleinere Chargen schnell und kostengünstig in Serie gedruckt werden und weisen ein hohes Maß an Flexibilität in der Ausgestaltung auf. Entsprechende Qualitäts- und Sicherheitszulassungen liegen bereits vor.

Mit den Druckern können Unternehmensangaben zufolge komplexe Strukturen hergestellt werden, die gleichzeitig stabiler, belastbarer und leichter sind als durch übliche Produktionsverfahren hergestellte Komponenten, bei denen häufig viele kleine Elemente gefertigt und dann zusammengesetzt werden müssen. Bei einem im 3D-Drucker hergestellten Hydraulikblock für ein U-Boot konnten laut TKMS beispielsweise 83 Prozent des Gewichts eingespart werden – von 14 auf 2,1 Kilogramm.

Im Sommer 2019 hatte das ThyssenKrupp TechCenter Additive Manufacturing von der Klassifikationsgesellschaft DNV GL als weltweit erster Produzent von 3D-Druck-Bauteilen für den maritimen Bereich eine Herstellerzulassung erhalten. Das Zertifikat garantiert die Materialkennwerte des fertigen Bauteils nach festgelegten Standards durch unabhängige Prüfstellen.

TKMS plant, zukünftig vor allem Teile im 3D-Drucker herzustellen, die in geringen Chargen für ein U-Boot benötigt werden. Das Unternehmen fokussiert sich dabei nicht nur auf Teile für Neubauten, sondern ebenso auf die Ersatzteilproduktion.

Schiffbau
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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