Neuer europäischer Marineverbund

Die französische Marinewerft DCN und der Rüstungselektronik-Konzern Thales haben mit ihrer Verflechtung eine Voraussetzung für einen größeren europäischen Marineverbund geschaffen. Die Vereinbarung trat am Donnerstag in Kraft. Thales und DCN wollten «in Verbindung mit den Kapazitäten anderer europäischer Partner» einen «Weltmarktführer der Marinesysteme» schaffen, erklärte Konzernchef Jean-Marie Poimboeuf laut DCN am Donnerstag.Thales übernimmt 25 Prozent des DCN-Kapitals und bringt sein Marinegeschäft in den Staatskonzern ein. Nach zwei Jahren kann Thales seinen Anteil an DCN auf 35 Prozent steigern. DCN ist mit seinen Atom-U-Booten, Tarn-Fregatten und Flugzeugträgern Branchenprimus in Europa. Einschließlich der übernommenen Thales-Bereiche kommt DCN 2006 pro forma auf drei Milliarden Euro Umsatz, mehr als zehn Milliarden Euro Auftragsbestand und 13 300 Mitarbeiter.

Ende 2006 hatte Poimboeuf erklärt: «Die Ankunft der Russen, Chinesen, Koreaner oder Inder als neue Anbieter auf dem Weltmarkt zwingt die Europäer, gemeinsam vorzugehen, um im Export wettbewerbsfähig zu bleiben.» Die Branche reorganisiere sich «namentlich in Deutschland, Spanien und Großbritannien». Die deutsche Marinebranche hat sich mit der Gründung der ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) auf einen europäischen Verbund vorbereitet. Eine deutsch-französische Lösung («Marine-EADS») scheitert bisher am französischen Übergewicht.

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