MAN Energy Solutions legt Eckpunktepapier zur Restrukturierung vor

Der Vorstand und die Arbeitnehmervertreter von MAN Energy Solutions haben sich auf ein gemeinsames Eckpunktepapier zur Restrukturierung geeinigt. Wie das Unternehmen bekanntgibt, werden darin der Umfang und die Art der Maßnahmen festgelegt, die zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens umgesetzt werden sollen. Den Angaben zufolge sieht das Papier einen Abbau von 2600 Arbeitsplätzen vor. Im Gegenzug seien Zugeständnisse bei den Personalkosten vereinbart worden, sodass die Restrukturierungsziele erreicht werden können.

Umstrukturierung der Standorte

Laut MAN Energy Solutions wird der Standort Berlin in der Größe reduziert und auf die Fertigung von Komponenten fokussiert. In Hamburg soll das Servicegeschäft erhalten bleiben. Die ebenfalls dort angesiedelte Dampfturbinenfertigung wird das Unternehmen hingegen einstellen. Für die Standorte Augsburg und Oberhausen ist eine Umstrukturierung vereinbart und auch die Organisationen in Dänemark, Frankreich, England und der Schweiz sollen gestrafft werden. Dem Unternehmen zufolge wird die Umsetzung dieser Maßnahmen einen Abbau von rund 2600 Arbeitsplätzen zur Folge haben, davon rund 1650 in Deutschland und 950 im europäischen und außereuropäischen Ausland. Der notwendige Personalabbau soll sozialverträglich erfolgen, betriebsbedingte Kündigungen kann MAN Energy Solutions laut eigenen Angaben jedoch nicht gänzlich ausschließen.

Personalkostensenkungen

Um die angestrebten Kostensenkungen in Höhe von 450 Mio. Euro zu erreichen, werden die Tarifvertragsparteien Verhandlungen mit dem Ziel von Personalkostensenkungen in Höhe von jährlich insgesamt rund 40 Mio. Euro für den Zeitraum 2021 bis 2023 aufnehmen. Dr. Uwe Lauber, Vorstandsvorsitzender MAN Energy Solutions: „Ein Verlust von Arbeitsplätzen ist leider unvermeidlich, und ich bedauere das sehr. Die Umsetzung der im Eckpunktepapier vereinbarten Maßnahmen hat auf der Basis kompensierender Maßnahmen einen geringeren Abbau zur Folge, als ursprünglich geplant. Zugleich halten wir an unserer Zielsetzung fest: Wir schaffen Spielräume, um externe Effekte künftig wirkungsvoller abfedern zu können. Wir straffen und fokussieren unsere Strukturen, und wir verbessern unsere Ergebnisqualität nachhaltig durch Kostensenkungen.“

Volkswagen unterstützt Eckpunktepapier

Wie MAN Energy Solutions mitteilt, unterstützt der Volkswagen-Konzern die im Eckpunktepapier getroffenen Vereinbarungen in der Erwartung, dass die notwendigen Voraussetzungen auf Grundlage des Eckpunktepapiers bis Ende 2020 erfolgreich getroffen werden. Wenn dies erfolgt, will Volkswagen die Pläne zum Verkauf von MAN Energy Solutions für den Zeitraum der Umsetzung der umfassenden Restrukturierung, die einen Arbeitsplatzabbau, Einsparungen bei Personalkosten und Produktverlagerungen an Auslandsstandorte vorsieht, stoppen. Dies soll mindestens bis zum Ende des Jahres 2024 gelten. Wenn das Renditeziel von neun Prozent EBIT bis zu diesem Zeitpunkt nachhaltig erreicht wird, sichert Volkswagen darüber hinaus den Verbleib im Konzern bis mindestens Ende 2026 zu. „Volkswagen hat von Management und Belegschaft bei MAN Energy Solutions ein Konzept erwartet, mit dem es möglich ist, das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen und wirtschaftlich unabhängig zu machen“, so Uwe Lauber. „Die Grundlage für dieses Konzept haben wir mit dem Eckpunktepapier geschaffen. Volkswagen gibt uns nun Gelegenheit, die vereinbarten Maßnahmen als Teil des Konzerns umzusetzen.“

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Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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