MAN Energy Solutions leitet Zukunftsprogramm ein

Wie MAN Energy Solutions mitteilt, leitet der Vorstand ein umfassendes Programm zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens ein. Deutliche Kostensenkungen und Restrukturierungen seien die notwendigen nächsten Schritte auf dem Wege der Transformation zu einem Lösungsanbieter für zukunftsfähige Energieversorgung. Darüber hinaus bereite sich das Unternehmen auf eine längere Zeit stagnierender Umsätze infolge der Covid-19-Pandemie vor.

Kostensenkungen geplant

Das Unternehmen plant unter anderem, die Kosten um 450 Mio. Euro zu senken und die operative Flexibilität zu erhöhen. So sollen bis zum Jahr 2023 auch unter Berücksichtigung der weltwirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 das operative Ergebnis und die Cash- und Liquiditätsposition des Unternehmens nachhaltig abgesichert werden. Einen Kernbestandteil des Programms bildet den Angaben zufolge die Anpassung und Optimierung des Produktionsnetzwerks. In diesem Zuge soll die Dampfturbinenfertigung des Unternehmens in Hamburg eingestellt werden. Geprüft wird auch die Verlagerung der Berliner Fertigung innerhalb des Produktionsverbundes.

Im Fokus des Programms stehen außerdem die Senkung der Material- und Sachkosten, die Optimierung des Servicenetzwerks, die Straffung des Produktportfolios, die Senkung der Kosten in den Gruppenfunktionen sowie die Fokussierung von Forschung und Entwicklung.

Erholung 2023 erwartet

„Wir müssen uns auf ein längerfristig schwieriges Marktumfeld einstellen“, sagt Dr. Uwe Lauber, Vorstandsvorsitzender MAN Energy Solutions. „Wichtige Geschäftsfelder des Unternehmens wie das Kreuzfahrtgeschäft sind unmittelbar von den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie betroffen, und wir rechnen erst 2023 mit einer Erholung auf das Vorkrisenniveau. Mit dem Programm tragen wir diesen negativen Markteinflüssen Rechnung und verbessern die Reaktionsfähigkeit von MAN Energy Solutions auf Marktschwankungen nachhaltig. Wir haben bereits in den vergangenen Jahren gegen negative Markteinflüsse angekämpft und mit den eingeleiteten Maßnahmen unsere Umsatzziele erreicht und sogar übertroffen. Mit Blick auf den Ertrag sind wir aber noch nicht am Ziel. Eine Stärkung unserer Ertragskraft und verbesserte Wettbewerbsfähigkeit sind daher zentrale Voraussetzungen für die weiterhin erfolgreiche Umsetzung unserer Zukunftsstrategie.“

Abbau von Arbeitsplätzen

Der Vorstand geht davon aus, dass die Umsetzung des Programms einen Abbau von rund 3000 Arbeitsplätzen in Deutschland und 950 im Ausland zur Folge hat. Dieser Personalabbau soll weitestgehend sozialverträglich erfolgen, betriebsbedingte Kündigungen können jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Über das Programm und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Arbeitnehmer hat der Vorstand bereits Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen. „Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf unsere Zielmärkte machen ein schnelles Handeln erforderlich“, sagt Martin Rosik, Vorstand Personal bei MAN Energy Solutions. „Unternehmen und Arbeitnehmervertretung stehen daher unter hohem Druck bei den Verhandlungen. Zentrale Ziele für uns liegen in der Verbesserung unserer Strukturen und in der Erreichung des Einsparziels. Wir werden die dazu vorstellbaren Lösungswege sehr zeitnah mit den Arbeitnehmervertretern verhandeln.“

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Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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