Die rund 200 Vertreter aus Reedereien, Behörden und der maritimen Zulieferindustrie diskutierten auf den beiden „Fuel-Workshops“ in Leer und Hamburg erneut das hochaktuelle Thema „Alternative Kraftstoffe” (Quelle: VDR)

Erfahrungsaustausch zu alternativen Brennstoffen

Rund 200 Teilnehmer aus der maritimen Wirtschaft besuchten in Hamburg und Leer die bereits zum dritten Mal organisierten Workshops „Alternative Kraftstoffe“, um über die Herausforderungen bei den Vorbereitungen zur globalen Senkung des Schwefelhöchstgehalts in Schiffsbrennstoffen, die vom 1. Januar nächsten Jahres eintritt, zu diskutieren. Organisiert wurde die Veranstaltung durch den Verband Deutscher Reeder (VDR), den Bunkerlieferanten des Arbeitskreises Bunkeröle der Verbände AFM+E und FPE, die Mariko GmbH sowie das Kompetenzzentrum GreenShipping Niedersachsen.

„Wir, die Schifffahrt, stellen uns dem Thema Umwelt- und Klimaschutz weltweit wie keine andere Branche und haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt, u.a. jetzt die große Umstellung auf schwefelarme Brennstoffe und darüber hinaus eine 50-prozentge CO2-Reduktion bis 2050“, erklärte VDR-Präsident Alfred Hartmann. Eine besondere Herausforderung bei der Verwendung von Gasöl und Destillaten liegt nach Ansicht von Timothy Wilson, Lloyd´s Register, in der Sicherstellung der künftigen Brennstoffverfügbarkeit und insbesondere der Brennstoffqualität. In diesem Kontext besteht die Gefahr, dass zwei konforme Kraftstoffe nicht kompatibel sind und eine schädliche Schlammbildung ausgelöst wird, die Siebe, Filter und Reiniger blockieren und zu teuren Wartungsarbeiten oder gar zu Leistungsverlust führen kann. Um hier gegenzusteuern, plädiert Nick Lurkin vom niederländischen Reederverband KNVR für die Einführung eines Mechanismus zur Sicherung der Bunkerqualität, z.B. in Form einer „bunker license“ an den Häfen. Für die unabhängigen Bunkerlieferfirmen der Verbände AFM+E und FPE steht der sichere Schiffsbetrieb ganz oben. Sie unterstrichen auf der Veranstaltung ihre Bereitschaft zum engen Dialog und zur konkreten Kooperation mit Blick auf Bunkerthemen.

Vertreter der Zulieferindustrie stellten aktuell verfügbare Lösungen zur Minderung von Schadstoffemissionen wie GTL-Diesel vor. Auch die Verwendung von LNG und Methanol wurde auf der Veranstaltung diskutiert. Im Rahmen von Erfahrungsberichten von Reedereivertretern erhielten die Teilnehmer eine Übersicht der „Lessons Learned“ zur Anwendung dieser Kraftstoffe, um für sich abwägen zu können, welche Nutzung sinnvoll und welcher Kraftstoff optimal für den eigenen Schiffsbetrieb sein könnte. Zudem wurden Abgasnachbehandlungssysteme in der Praxis betrachtet und ein Einblick in laufende Studien zu so genannten E-Fuels (synthetische Kraftstoffe, die mittels Strom aus Wasser und Kohlendioxid hergestellt werden) und das Thema Kohlenstoffbindung und -speicherung an Bord von Schiffen gegeben.

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Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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