Die mit MTCAS ausgestatteten Schiffe „Senckenberg“ und „Zuse“ bei der Projektvorstellung (Foto: Daniel Clören)

Kollisionsvermeidungssystem vorgestellt

Ein Konsortium um das Oldenburger OFFIS – Institut für Informatik, Raytheon Anschütz, AIRBUS, die Hochschule Wismar und das Institut für Kommunikation und Navigation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben ein intelligentes Assistenzsystem entwickelt, das Nautiker bei der Navigation und Kollisionsvermeidung unterstützen soll.

Nach dem Vorbild des in der Luftfahrt verwendeten TCAS-Systems trägt das Kollisionsvermeidungssystem den Namen MTCAS (Maritime Traffic Alert and Collision Avoidance System). MTCAS soll zuverlässig Gefahrensituationen detektieren, die Koordination zwischen Verkehrsteilnehmern unterstützen und den Nautikern helfen, effektive Maßnahmen gegen mögliche Kollisionen zu ergreifen.
MTCAS benutzt Radardaten und AIS (Automatisches Identifikations-System)-Daten, angereichert durch innovative Methoden für genauere Positionserkennung, Verhaltensvorhersagen auf Basis einer Wissensbasis aus  Verkehrsdaten aus der Vergangenheit, Seekarten etc. Sind sich begegnende Fahrzeuge beide mit MTCAS ausgerüstet, werden die Intentionen der einzelnen Verkehrsteilnehmer durch Schiff-zu-Schiff-Kommunikation abgeglichen, was die Entscheidungsfindung auf der jeweiligen Brücke unterstützt. Insgesamt wird dadurch der Schiffsführer mit wertvollen Informationen zur Situationswahrnehmung sowie mit Empfehlungen für mögliche zukünftige Manöver versorgt und Fehlalarme sowie Missverständnisse vermieden.  Die empfohlenen Manöver beachten dabei die Regeln der Schifffahrt (COLREGs).
Die im Rahmen des MTCAS-Projektes entwickelte Technologie wurde live in einer abschließenden Testkampagne in Wilhelmshaven im Testfeld eMIR mit Unterstützung des ICBM (Institut für Chemie und Biologie des Meeres) – Terramare der Universität Oldenburg und dem Senckenberg Institut erprobt und zum Abschluss der Öffentlichkeit demonstriert. Zu diesem Zweck waren das OFFIS-Forschungsboot „Zuse“ und der Forschungskutter „Senckenberg“ mit den entwickelten Prototypen ausgestattet. Außerdem wurde in einem voll ausgestatteten mobilen Container für die Seeraumüberwachung  aus dem ACTRESS-Projekt der Einsatz der Technologie in Verkehrszentralen erprobt. Dieser Container diente als VTS (Vessel Traffic Service)-System.
Weitere Informationen unter: www.offis.de/offis/projekt/mtcas.html und https://youtu.be/pYGp_p_uEJg

Schifffahrt
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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