Über 120 Teilnehmer informierten sich in Hamburg über die Chancen und Risiken der Digitalisierung

Maritim 4.0: Digitalisierung in Produktion und Schiffsbetrieb

Zeichnen sich durch die konsequente Digitalisierung bereits neue Geschäftsmodelle in der maritimen Branche ab? Wo liegen die wesentlichen Potenziale für Effizienzsteigerung in Schiffbau und Schiffsbetrieb? Diese und weitere spannende Fragen diskutierten mehr als 120 Teilnehmer auf der zweiten Schiff&Hafen-Konferenz zum Thema Maritim 4.0 am 12. Juni 2017 in Hamburg.

Unter der Überschrift „4.0 in Produktion und Schiffsbetrieb“ stellten führende Experten aus Reedereien, Werften und Zulieferunternehmen in insgesamt acht Fachvorträgen erfolgreiche Praxisbeispiele und zukunftsweisende Projekte vor. Erfahrungen bei der Einführung digitaler Technologien und die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Um einen lebendigen Wissens- und Meinungsaustausch zu initiieren und eine bedarfsgerechte Technologieentwicklung voranzutreiben, wurde dabei abermals ein besonderer Fokus auf den Dialog zwischen den Zulieferern, Werften und Reedereien gelegt. Kooperationspartner der Konferenz waren die maritimen Verbände VDMA Marine Equipment and Systems, der Verband Deutscher Reeder (VDR) und der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM).
Dr. Silke Sadowski, Chefredakteurin Schiff&Hafen, eröffnete die Konferenz und betonte, dass das Thema Digitalisierung bzw. Maritim 4.0 seit der vergangen, ersten Konferenz im April 2016 noch einmal präsenter wahrnehmbar sei. Die Überzeugung, dass die neuen Möglichkeiten auch den maritimen Sektor dramatisch verändern werden, wachse spürbar.
Dabei herrsche inzwischen weitgehend Konsens darüber, dass die digitale Transformation auch für die maritime Branche ein zentrales Element bei der zukünftigen strategischen Ausrichtung der Unternehmen sein wird - und zwar in allen Bereichen von Werften, Zulieferunternehmen und Schifffahrt.
In seiner Keynote erläuterte Ulf Siwe, Kommunikationsverantwortlicher des schwedischen Sea Traffic Management Validation Project der Swedish Maritime Administration, unter dem Titel „Steaming into a digital future – main fields of application and the resulting benefits“ die weitreichenden möglichen Anwendungsfelder, die sich ergebenden Chancen und die größten Hemmnisse bei der weiteren Digitalisierung der maritimen Wirtschaft.
Die beiden Podiumsdiskussionen wurden sowohl von den Vortragenden als auch von den Konferenzteilnehmern aktiv genutzt, um über die Herausforderungen, Chancen, offenen Fragen und möglichen Lösungen der Digitalisierung zu diskutieren. Zu den wichtigsten Diskussionsthemen gehörten dabei die Standardisierung sowie die Notwendigkeit, Daten und Informationen über Firmen- und Branchengrenzen hinweg auszutauschen. Hierfür wurde von den Diskutanten insbesondere mehr Offenheit und Vertrauen sowie Kooperationsbereitschaft gewünscht.
Auch das anschließende Networking-Dinner nutzten die Teilnehmer für einen vertiefenden Meinungsaustausch. Im Rahmen einer kleinen Fachausstellung konnten sich alle Veranstaltungsbesucher über ausgewählte Produkte und Dienstleistungen der Sponsoren informieren. Eine ausführliche Nachberichterstattung zu der Veranstaltung erfolgt in Schiff&Hafen 8/2017.

Schifffahrt
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
Artikel Redaktion Schiff&Hafen