AGV am CTA

Containertransport mit Elektro-Antrieb wird im Hafen Hamburg erforscht

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) beteiligt sich als Technologieführer im Hafenumschlag an der Erforschung neuer, öko-effizienter Antriebe.

Auf der weltweit modernsten Anlage, dem HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA) übernehmen schon heute selbstfahrende AGV (Automated Guided Vehicle) den Containertransport, die in Zukunft über Batterien mit elektrischem Strom als Energiequelle versorgt werden könnten. Die HHLA bildet gemeinsam mit dem AGV-Hersteller Gottwald Port Technology GmbH, einer Tochtergesellschaft der Demag Cranes AG, dem Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen University und dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) ein Konsortium zur Erforschung des batterie-elektrischen Antriebs. Das Projekt ist Bestandteil der Fördermaßnahme „Flottenversuch Elektromobilität im Wirtschaftsverkehr“ und wird HHLA-Angaben zufolge vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität der Bundesregierung mit etwa 1,2 Mio. Euro unterstützt.

In der Klimaschutzstrategie der HHLA spielen innovative Antriebe mit niedrigem Verbrauch eine wichtige Rolle, weil mehr als die Hälfte der durch den Hafenumschlag bedingten Treibhausgasemissionen durch Verbrennung von Diesel entstehen. Deshalb war die HHLA bereits in der Vergangenheit häufig Vorreiter bei der Einführung energieeffizienter Antriebe. So fuhren die ersten AGV und Van-Carrier (VC) mit diesel-elektrischem Antrieb bei der HHLA. Auch eine Weltneuheit, der VC mit Eco-Caps (Energierückgewinnungssystem) absolvierte seine Testfahrten auf dem HHLA Container Terminal Tollerort.

Das Forschungsprojekt zur Elektromobilität wird nicht nur einen batterie-elektrischen Antriebstrang für AGV entwickeln und erproben, sondern auch eine vollautomatisierte Batteriewechsel- und Ladestation, die den Rund-um-die-Uhr-Einsatz der Fahrzeuge ermöglicht. Zwei batteriebetriebene AGVs sollen gebaut und mehrere Monate lang auf dem CTA unter realen Betriebsbedingungen erprobt werden. Sie basieren auf einem bereits seit 2004 von Gottwald gebauten und mit Elektromotoren angetriebenen diesel-elektrischen Fahrzeug, allerdings muss die Antriebsenergie nicht mehr durch Diesel-Generatoren erzeugt werden. Eine Batterie soll die Energie direkt in die Traktion leiten und so einen höheren Wirkungsgrad erzielen. Wird das Batterie-AGV mit Strom aus regenerativen Energiequellen betrieben, liegt seine Gesamt-CO2-Bilanz bei Null. Doch schon bei Nutzung von Energie aus dem aktuellen deutschen Strommix könnten mehr als 30 Prozent CO2 eingespart werden.

Gottwald Port Technology koordiniert das Verbundprojekt und ist für Entwicklung und Aufbau von zwei Batterie-AGV’s sowie der Batteriewechselstation zuständig. Der CTA begleitet die Entwicklungsarbeiten und integriert die neue Technologie in die bestehende AGV-Fahrzeugflotte.

Häfen
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
Anzeige
Artikel Redaktion Schiff&Hafen