Erster Autocarrier in Europa bezieht Landstrom

Das 200 m lange RoRo-Schiff „Lake Shirasagi“ wurde mit Hilfe der neuen Onshore-Power-Supply-Anlage am BLG-AutoTerminal in Bremerhaven mit Landstrom versorgt (Foto: bremenports)
Im Überseehafen Bremerhaven hat mit der „Lake Shirasagi“ der erste Autocarrier in Europa emissionsfrei Landstrom bezogen. Möglich gemacht hat dies die neue Onshore-Power-Supply-Anlage (OPS) am BLG-AutoTerminal, die das 200 m lange RoRo-Schiff der Reederei Wallenius Wilhelmsen während der Liegezeit mit Strom vom Land versorgte. Zuvor musste die „Lake Shirasagi“ während des Be- und Entladens von etwa 2000 Fahrzeugen einen umfangreichen Integrationstest absolvieren, den alle Schiffe, die Landstrom abnehmen, im Vorfeld einmalig bestehen müssen.
„Ab 2030 sollen gemäß EU-Vorgaben die Liegeplätze von Container-, Fähr- und Kreuzfahrtschiffen in großen europäischen Häfen mit Landstrom ausgestattet sein. Für RoRo-Schiffe gibt es diese Verpflichtung bislang nicht – umso wichtiger ist es, dass wir hier bereits heute vorangehen“, betont Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation der Freien Hansestadt Bremen.
Die Inbetriebnahme ist Teil des umfassenden Landstrom-Ausbauprogramms in den Bremerhavener Häfen. Im ersten Schritt entstehen insgesamt fünf Landstromstationen: zwei mobile Einheiten, ein fest installiertes System an der Stromkaje, ein Anschluss für Kreuzfahrtschiffe an der Columbuskaje sowie die nun in Betrieb genommene Anlage für große RoRo-Schiffe am BLG-AutoTerminal. Auch an den Containerterminals soll in Kürze erstmals Landstrom zur Verfügung stehen. Ein fest installiertes System am MSC Gate befindet sich in der Endphase der Fertigstellung, ergänzt durch zwei verfahrbare Anlagen an den Terminals von Eurogate und NTB, die voraussichtlich im Herbst betriebsbereit sein werden. Für den neuen Anschluss am Kreuzfahrtterminal soll demnächst mit der Verlegung des Kabelkanals an der Columbuskaje begonnen werden – im Sommer soll auch dieser in Betrieb gehen. Insgesamt belaufen sich die Investitionen für diesen ersten Ausbauschritt auf rund 50 Mio. Euro, unterstützt durch eine Bundesförderung von 22 Mio. Euro sowie 5,23 Mio. Euro aus dem Projekt Connecting Europe Facilities.