Pandemiebedingt sank der Seegüterverkehr im vergangenen Jahr um mehr als 6 Prozent (Foto: HHM/Michael Lindner)

Prognose zum Seegüterumschlag: Vorkrisenniveau wird auch 2024 noch nicht erreicht

Nach der vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) veröffentlichten „Gleitenden Mittelfristprognose Winter 2020/21" kommt es im laufenden Jahr 2021 im Seegüterverkehr zwar zu einer Aufholbewegung, allerdings wird dabei voraussichtlich nur die Hälfte des Einbruchs aus dem Jahr 2020 aufgeholt. Infolge der Belebung des Welthandels und des deutschen Außenhandels wird für den Gesamtumschlag ein Zuwachs in Höhe von 3,3 Prozent prognostiziert. Der Seeverkehr werde damit allerdings im laufenden Jahr immer noch um gut 3 Prozent unter dem Vorkrisenniveau liegen. In den Folgejahren 2022 bis 2024 wird sich laut BAG-Prognose das Wachstum des Gesamtumschlags auf knapp 1 Prozent pro Jahr vermindern. Damit werde der Vorkrisenstand (ca. 290 Mio. t) auch im Jahr 2024 immer noch verfehlt.

Der Seegüterverkehr wurde im Jahr 2020 insbesondere durch den pandemiebedingt schrumpfenden Welthandel ausgebremst. Insgesamt sank er um mehr als 6 Prozent auf den Stand des Jahres 2010. Von dem Rückgang betroffen war vor allem der Containerbereich. Hier fiel der Umschlag um fast 7 Prozent. Auch andere Umschlagsarten verzeichneten starke Rückgänge.

„Die Rückgänge aus dem letzten Jahr betrafen fast alle Umschlagsarten und die Effekte auf die Unternehmen sind deutlich spürbar. Die Corona-Krise hat die finanziellen Reserven vieler Unternehmen aufgezehrt und beeinträchtigt die Investitionsfähigkeit der Hafenwirtschaft insgesamt“, erklärt Daniel Hosseus, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS). „Wir sehen zwar momentan eine Erholung in den Umschlagszahlen, bei der jedoch durch die globale Corona-Pandemie verursachte Aufhol- und Sondereffekte sowie die Nachwirkungen der Blockade im Suez-Kanal zu beachten sind. Die Zahlen aus der aktuellen BAG-Mittelfristprognose zeigen, dass die Unternehmen der Hafenlogistik vor großen Herausforderungen stehen.“

Häfen
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
Artikel Redaktion Schiff&Hafen