Das neue SOV 7017 E von Damen wird über ein Offshore-Ladesystem verfügen (Quelle: Damen)

Damen präsentiert vollelektrisches SOV mit Offshore-Ladesystem

Das niederländische Schiffbauunternehmen Damen Shipyards hat das Konzept für ein vollelektrisches Service Operations Vessel (SOV) mit Offshore-Lademöglichkeit vorgestellt. Das 70 m lange und 17 m breite SOV 7017 E ermögliche damit eine deutliche Emissionsreduzierung bei der Wartung von Offshore-Windparks, so Damen. Die Installation des Offshore-Ladesystems wird in Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen MJR Power & Automation umgesetzt.

Das SOV 7017 E wird über eine 15 MWh leistungsstarke Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie und vier Azimut-Thruster verfügen. Als Backup ist die Installation von zwei 1200 ekW-HVO/Diesel-Generatoren vorgesehen. Insgesamt 60 Kabinen sollen Platz für die Besatzung sowie 40 Techniker bieten. Die Geschwindigkeit wird mit 12 kn angegeben.

Aufgeladen wird das Schiff über einen 4-MW-Anschluss. Das Ladesystem nutzt dabei eine bewegungskompensierte Gangway, die vom Steuerhaus aus bedient wird und keinen manuellen Eingriff in die Ladeausrüstung erfordere. Dies habe den Vorteil, dass die bereits vorhandene Offshore-Infrastruktur genutzt werden kann, was zu einer erheblichen Kosteneffizienz führt, so Damen. Das System ist nach international anerkannten Sicherheitsnormen konzipiert, darunter IEC/IEEE 80005-1. Darüber hinaus stehe es kurz vor dem Erhalt der DNV AIP (Approval In Principle).

Das Ladesystem sei so konzipiert, dass es ein schnelles An- und Abkoppeln der Ladekabel ermögliche, erklärt Paul Carins, Managing Director, MJR. Das Aufladen von einer Offshore-Anlage aus sei praktikabel und biete die Möglichkeit, Kosten und Emissionen zu senken und die Effizienz zu optimieren, ohne das Personal oder die Infrastruktur dabei in eine potenziell gefährliche Situation zu bringen.

Mark Couwenberg, Damen Product Manager SOVs, zufolge zeige die Produkteinführung der SOV 7017 E, dass die Technologie vorhanden ist, um den Offshore-Betrieb vollständig elektrisch durchzuführen. Die Senkung der Betriebskosten, die sich aus der direkten Energiegewinnung aus dem Offshore-Windpark ergebe, sei ein gutes Argument für dieses Modell.

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Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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