Der Bau der künstlichen Insel in der Doggerbank könnte 2030 beginnen

Künstliche Nordsee-Insel als Basisstation für Offshore-Windparks

Der niederländische Stromnetzbetreiber TenneT hat Pläne zur Errichtung einer künstlichen Insel als Basisstation für Offshore-Windparks in der Nordsee vorgestellt. Die Insel mit einer Fläche von ca. sechs Quadratkilometern soll von mehreren Windparks mit einer Gesamtkapazität von rund 30 GW umgeben werden und ist Teil eines Konzepts zum Aufbau eines umfassenden europäischen Strom-Verteil- und Drehkreuz-Systems.

Als möglicher Standort für die Aufschüttung der Insel nannte Tennet den Doggerbank-Bereich. Diese Region ist durch dauerhaft hohe Windstärken gekennzeichnet, liegt zentral und befindet sich in relativ seichtem Wasser. Große Offshore-Windparks könnten mit internationalen Stromverteilleitungen (Interkonnektoren) sternförmig über die Insel verbunden und der durch Windenergie erzeugte Strom an die Nordseeanrainerländer übertragen werden. Bei diesem Konzept könnte für die Stromübertragung die kostengünstige Wechselstromtechnologie genutzt werden und so die gleichen Kostenvorteile erreicht werden, wie bei küstennah erzeugter Windenergie. Der von den Windparks erzeugte Wechselstrom würde dann von den Konverterstationen auf der Insel für die Übertragung auf das Festland in Gleichstrom umgewandelt.
Die Insel könnte darüber hinaus als Basis für Windpark- und Infrastruktur-Bauunternehmen sowie Betreiber und Serviceunternehmen fungieren. Durch die dauerhafte Unterbringung von Personal und Material wäre eine Minimierung von Transport- und Wartungskosten möglich.
Die Errichtung der Insel sieht Tennet als Teil der langfristigen Erschließung der Offshore-Windenergie. Unternehmensangaben zufolge könnte die Insel zwischen 2030 und 2050 in der Doggerbank errichtet werden. Zunächst müssten andere Möglichkeiten genutzt werden, wie der Ausbau der Onshore-Windenergie und der Aufbau der küstennahen Offshore-Windenergie. Diese Entwicklung sei erforderlich, um eine strukturelle Reduzierung der Kosten der Offshore-Windenergie zu erzielen.

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Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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