Für den weiteren Ausbau der Windenergie werden von der Politik geeignete Rahmenbedingungen gefordert

Länder und Verbände unterzeichnen „Aufruf Windenergie“

Die Energieminister und -senatoren der norddeutschen Bundesländer Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern haben gemeinsam mit Branchenvertretern auf der WindEnergy in Hamburg den „Aufruf Windenergie“ unterzeichnet.

Darin fordern sie von der Bundesregierung dringende energiepolitische Weichenstellungen ein. Aktueller Anlass sind die Einbrüche bei den Ausbauzahlen für Windenergie an Land, das voraussichtliche Verfehlen der nationalen Klimaziele in 2020 sowie die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Im August hatte das Windenergieunternehmen Enercon die Entlassung von mehr als 800 Mitarbeitern angekündigt.
Bis 2030 sollen laut Koalitionsvertrag der Bundesregierung zur Erreichung der Klimaschutzziele in Deutschland 65 Prozent Erneuerbare Energien im Stromsektor erreicht sein. Auch innerhalb der EU hat man sich auf das Ziel geeinigt, einen Anteil von 32 Prozent Erneuerbare Energien an der gesamten Energieversorgung bis 2030 EU-weit zu erreichen. Aufgrund der notwendigen Planungs- und Vorlaufzeiten wird die Bundesregierung nun zur kurzfristigen Umsetzung von insgesamt fünf Zielvorgaben noch im Jahr 2018 aufgefordert.
So sollen Sonderausschreibungen zügig durchgeführt und Ausbaupfade definiert werden und die Ausbaupfade für Windenergie an Land und auf See deutlich angehoben werden. In dem Aufruf wird zudem eine zusätzliche Ausschreibungs- bzw. Vergaberunde in 2019 für die noch freien Anschlusskapazitäten gefordert. Bezuschlagte aber nicht realisierte Ausbaumengen für Windenergie sollen außerdem umgehend erneut ausgeschrieben werden. Darüber hinaus seien Stromnetze vorrangig auszubauen und zu optimieren.
Die unterzeichnenden Verbände und Organisationen forderten die Bundesregierung zum schnellen Handeln auf: Wenn der Ausbau der Windenergie nicht zügig konkretisiert würde, ließe sich das Ziel der Bundesregierung, 65 Prozent der Stromversorgung 2030 mit erneuerbaren Energien zu leisten, sonst nicht erreichen.

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Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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