Die Inspektion des Meeresbodens wird mit 4,50 m langen USVs durchgeführt  (Foto: Vattenfall)

USVs inspizieren Meeresboden

Der Energieversorger Vattenfall hat erstmals eine groß angelegte Untersuchung des Meeresbodens mit unbemannten Überwasserfahrzeugen (Unmanned Surface Vehicles, USVs) in Offshore-Windparks vor den Küsten Dänemarks, Schwedens und Großbritanniens durchgeführt.

Wie das Unternehmen mitteilt, sei es im Rahmen des Betriebs eines Offshore-Windparks erforderlich, den Meeresboden rund um die Fundamente der Windenergieanlage und die Konstruktion des Umspannwerks regelmäßig zu überwachen, um Veränderungen in der Tiefe des Kabelgrabens und der Kolkbildung zu beobachten.

Die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen dienten dabei gleichzeitig als Basis für den Einsatz von Jack-Up-Schiffen, die bei Reparatur- und Wartungsarbeiten einen stabilen Stand auf dem Meeresgrund benötigen.
Bislang werden die notwendigen Inspektionsarbeiten zumeist mit bemannten Schiffen durchgeführt, so Vattenfall. Kämen stattdessen schwimmende Drohnen zum Einsatz, könnten der Kraftstoffverbrauch und damit auch die CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent reduziert werden.
„Unsere Plattform für unbemannte Vermessungsschiffe bietet eine sichere, zuverlässige und kohlenstoffarme Lösung für die Erfassung von Meeresdaten“, sagt James Ives, CEO des Datenerfassungsunternehmens XOCEAN, das die Untersuchungen im Auftrag des Energieversorgers durchgeführt hat.
Die 4,50 m langen USVs haben jedoch noch weitere Vorteile, erläutert Rasmus Juncher, Senior Lead Geophysicist bei Vattenfall: „Da das Schiff von einer Betriebszentrale an Land gesteuert wird, anstatt eine Besatzung an Bord zu haben, ist das Personal nicht den gleichen Herausforderungen ausgesetzt wie bei der Arbeit auf See, was die Sicherheit und das Wohlbefinden verbessert.“
Vattenfall plant daher, die Nutzung autonomer Wasserfahrzeuge bei zukünftigen Aktivitäten auszuweiten. „Dies ist der erste von vielen Schritten zum Einsatz unbemannter Schiffe, die dem Ziel einer fossilfreien Zukunft gerecht werden. Wir wollen weitere Möglichkeiten verfolgen, um andere Funktionen der unbemannten Schiffe zu übernehmen, zum Beispiel für visuelle Inspektionen unserer Anlagenbestände, sowohl über als auch unter Wasser, und für Untersuchungen vor Ort in einem größeren Umfang zur Unterstützung der Windparkplanung. Die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen hat gerade erst begonnen und ich glaube, dass die Möglichkeiten endlos sind“, ergänzt Juncher.

Offshore
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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