Die „Elektra“ wird mit Wasserstoff und Batterien betrieben  (Foto: Behala)

Emissionsfreies Schubboot getauft

In Berlin ist Mitte Mai das mit Wasserstoff und Batterien betriebene Schubboot „Elektra“ getauft worden. Nach fast zweijähriger Bauzeit soll für das Schiff der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (Behala) jetzt die Langzeiterprobung erfolgen.  

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Verkehr und Digitalisierung, sagte anlässlich der Taufe: „Die ‚Elektra‘ ist ein Leuchtturm-Projekt: Sie ist das weltweit erste Schubboot, bei dem ein batterieelektrischer Antrieb mit Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik kombiniert wird. Das gesamte Projekt ist eine Blaupause für die klima- und umweltfreundliche Binnenschifffahrt und nicht nur technisch, sondern auch regulatorisch eine echte Pionierleistung.“

Die „Elektra“ kann 750 kg gasförmigen Wasserstoff bei einem Druck von 500 bar bunkern und verfügt über eine Batteriekapazität von 2500 kWh. Dies soll dem Schiff im Schubverband mit dem beladenen Schwergutleichter „Ursus“ eine Reichweite von etwa 400 km ermöglichen. Mit der „Elektra“ können Verbände bis 150 m Länge gefahren werden.

Die Erprobungen finden zunächst vorwiegend in der Region Berlin statt. Ab 2023 sollen die Tests dann auch im Fernverkehr Richtung Hamburg erfolgen. In den Fahrtgebieten von Berlin Richtung Rhein/Ruhr, Hamburg und Stettin wird für die „Elektra“ jeweils nur eine weitere Versorgungsstation mit Wasserstoff und Strom benötigt. Die ersten beiden Installationen sollen ab 2023 im Berliner Westhafen und im Hafen Lüneburg in Betrieb genommen werden.

Unter der Projektleitung des Fachgebietes Entwurf und Betrieb Maritimer Systeme der TU Berlin sind die Unternehmen Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (Logistik), Schiffswerft Hermann Barthel, Ballard Power Systems (Brennstoffzellen), Argo-Anleg (Wasserstoffsystem), SER Schiffselektronik Rostock (elektrisches Energiesystem), EST-Floattech (Akkusystem) und HGK Shipping (nautischer Betrieb) an der Entwicklung, am Bau und der Erprobung der „Elektra“ als Partner beteiligt.

Mit einem Gesamtvolumen von ca. 14,6 Mio. Euro wird das Projekt durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) mit ca. 9,1 Mio. Euro gefördert und vom Projektträger Jülich (PTJ) und der Nationalen Organisation für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) betreut und koordiniert.

Schiffbau
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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