FSG und STARK planen Serienfertigung unbemannter Überwassersysteme

Frank Mallon (rechts), Managing Director der Flensburger Shipyard, und Max Berger (links), Director Maritime bei STARK, wollen künftig beim Bau unbemannter Überwassersysteme zusammenarbeiten (Foto: FSG)
Das deutsche Verteidigungsunternehmen STARK und die Flensburger Shipyard (FSG) haben eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Fertigung und industriellen Skalierung von STARKs Vanta-Familie unbemannter Überwassersysteme (Unmanned Surface Vessels, USVs) am Standort Flensburg unterzeichnet.
Mit der Kooperation wollen die Partner die Entwicklungskompetenz von STARK im Bereich Künstliche Intelligenz (KI)-gestützter und autonomer Seesysteme mit den Konstruktions- und Fertigungskapazitäten der Flensburger Werft verbinden. Ziel ist es, USVs künftig in größerer Stückzahl und mit kürzeren Vorlaufzeiten in Deutschland produzieren zu können.
Hintergrund sind die zunehmenden hybriden Bedrohungen in Nord- und Ostsee, heißt es. Spionageaktivitäten, mögliche Sabotage an kritischer Infrastruktur und GPS-Störungen stellen Marine und Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen. Unbemannte Systeme könnten insbesondere bei der maritimen Aufklärung und beim Schutz kritischer Infrastruktur eine wichtige Rolle übernehmen.
STARK hat erst im August mit der „Seetaube“ das erste autonome Überwassersystem an die Bundeswehr übergeben. Das System wurde vom Kommando Cyber- und Informationsraum (CIR) gemeinsam mit dem Cyber Innovation Hub der Bundeswehr, dem Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr und der Deutschen Marine in Dienst genommen. Es soll unter anderem dazu beitragen, Aufklärungslücken bei hybriden Bedrohungen im Küstenmeer sowie im Umfeld kritischer maritimer Infrastruktur zu schließen.
Durch den Einsatz KI-gestützter und unbemannter Systeme wie der Vanta-Familie sollen repetitive Aufklärungsaufgaben künftig stärker automatisiert werden. Dadurch könnten sich bemannte Einheiten, darunter auch Fregatten, auf andere operative Aufgaben konzentrieren.
„Mit der Flensburger Shipyard schaffen wir die industrielle Basis, um unbemannte Seesysteme in der nötigen Stückzahl in Deutschland zu fertigen und einen Beitrag zum Schutz deutscher und europäischer Gewässer zu leisten“, so Max Berger, Director Maritime bei STARK.
Für die FSG bedeutet die Vereinbarung zugleich den Einstieg in ein neues Geschäftsfeld. „Mit dieser Absichtserklärung erweitern wir unser Portfolio um ein Zukunftsfeld, das perfekt zu unserer über 150-jährigen Tradition als Innovationswerft passt“, so Frank Mallon, Managing Director der FSG.
Auch Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Technologieminister Claus Ruhe Madsen begrüßt die Zusammenarbeit. Die Kooperation könne sowohl neue Synergien für die wachsenden Anforderungen der Marine schaffen als auch Fachkompetenz und Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein und Deutschland stärken.
Die Absichtserklärung markiert zunächst den Beginn der Zusammenarbeit. In den kommenden Monaten wollen STARK und FSG konkrete Schritte für die gemeinsame Fertigung und industrielle Skalierung der Vanta-USV-Familie festlegen.