Kanada ordert bis zu zwölf U-Boote bei TKMS

TKMS wird im Rahmen des Canadian Patrol Submarine Project bis zu zwölf U-Boote der Klasse 212CD an Kanada liefern (Quelle: TKMS)
Die kanadische Regierung hat TKMS als bevorzugten Lieferanten für das Canadian Patrol Submarine Project (CPSP) ausgewählt. Im Rahmen des Vorhabens könnten bis zu zwölf U-Boote der Klasse 212CD an Kanada geliefert werden. Das Auftragsvolumen wird mit 60 Mrd. kanadischen Dollar taxiert (ca. 37 Mrd. Euro). Für TKMS ist dies nach eigenen Angaben der größte potenzielle Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte und zugleich ein wichtiger Schritt für die sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen Kanada, Deutschland und Norwegen.
Mit der Entscheidung beginnt die nächste Phase des Beschaffungsprogramms, in der Vertragsverhandlungen sowie die industrielle Planung vorangetrieben werden. TKMS erwartet, das erste U-Boot der Klasse 212CD bis 2033 abzuliefern. Die Erweiterung des 212CD-Programms über Deutschland und Norwegen hinaus soll zudem den profitablen Wachstumskurs von TKMS unterstützen und den bestehenden Auftragsbestand um mehr als 50 Prozent absichern.
Die U-Boot-Klasse 212CD wurde gemeinsam von Deutschland und Norwegen für anspruchsvolle Einsatzbedingungen entwickelt. Das Design ist laut TKMS speziell auf die Anforderungen der Arktis, des Nordatlantiks und auch wärmerer Gewässer wie im Pazifik ausgelegt. Angesichts der wachsenden sicherheitspolitischen Bedeutung der Arktis benötigen Kanada und seine NATO-Verbündeten zunehmend glaubwürdige Abschreckungs- und Präsenzfähigkeiten, heißt es.
Neben den sicherheitspolitischen Zielen verspricht das Projekt auch erhebliche wirtschaftliche Effekte in Kanada. Laut TKMS soll der endgültige Vorschlag über die Laufzeit des Programms eine wirtschaftliche Gesamtaktivität von rund 167 Mrd. kanadischen Dollar auslösen, wirtschaftliche Auswirkungen von mehr als 86 Mrd. kanadischen Dollar erzielen und über 650 000 Arbeitsjahre schaffen. Zudem sollen eine eigenständige kanadische Instandhaltungsindustrie, der Kompetenztransfer sowie die Einbindung kanadischer Unternehmen in internationale Lieferketten gefördert werden.
Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) bezeichnet die Auswahl von TKMS als „Riesenerfolg“ für das Unternehmen und die gesamte deutsche maritime Industrie. Nach Einschätzung des Verbandes sei es in enger Zusammenarbeit von Industrie und Bundesregierung gelungen, Kanada von den Vorzügen des deutschen Angebots zu überzeugen. Gemeinsam mit Deutschland und Norwegen entstehe nun ein Netzwerk baugleicher U-Boote im NATO-Raum, das die sicherheitspolitische Zusammenarbeit im Nordatlantik stärke. Zugleich werde das Vorhaben erhebliche wirtschaftliche Impulse für die maritime Industrie setzen, den Auftragsbestand von TKMS auf ein Rekordniveau heben und langfristig Hightech-Arbeitsplätze bei der Werft sowie den beteiligten Zulieferern sichern, so der VSM.
Auch im Heimatmarkt hat TKMS zuletzt einen bedeutenden Erfolg erzielt. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat die Beschaffung von vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU sowie eine Option auf weitere Schiffe freigegeben. Damit sind die Voraussetzungen für die formale Vertragsunterzeichnung geschaffen. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um den größten Überwasserauftrag in der Geschichte von TKMS. Die erste Fregatte soll bereits 2029 an die Deutsche Marine übergeben werden. Das Unternehmen wertet die Entscheidung zugleich als wichtiges Signal für die maritime Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Deutschland.
Die MEKO A-200 DEU basiert auf einem international erprobten, skalierbaren und kosteneffizienten Fregattendesign. In den vergangenen Monaten wurden bereits wesentliche Vorarbeiten geleistet, um den Bau nach der Vertragsunterzeichnung schnell starten zu können, so TKMS.