Maritime Zulieferindustrie setzt Wachstumskurs fort

Stellten in Hamburg die Jahresbilanz vor (v.l.): Hauke Schlegel, Geschäftsführer der AG Marine Equipment and Systems im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA MES); Martin Johannsmann, Vorstandsvorsitzender VDMA MES; Katrin Caldwell, Geschäftsführerin VDMA Landesverband Nord | AG Marine Equipment and Systems; und Sebastian Meise, Vorstandsmitglied VDMA MES
(Foto: Prellwitz/DVV Media Group)
Die maritime Zulieferindustrie in Deutschland hat im Jahr 2025 ein durchschnittliches Umsatzplus von 5,2 Prozent verzeichnet. Das hat die Arbeitsgemeinschaft Marine Equipment and Systems im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA MES) auf ihrer Jahrespressekonferenz bekannt gegeben. Damit habe die Branche ihre positive Entwicklung trotz globaler Herausforderungen und eines intensiven Wettbewerbs fortgesetzt.
Die Exportquote liege wie im gesamten Maschinen- und Anlagenbau bei rund 80 Prozent. Auch der Ausblick fällt positiv aus. Rund 90 Prozent der befragten Unternehmen erwarten eine stabile oder positive mittelfristige Marktentwicklung, so die VDMA MES.
Einen wesentlichen Beitrag zum Geschäftserfolg leistet weiterhin das Servicegeschäft. Der After-Sales-Anteil lag mit 25 Prozent des Umsatzes auf einem konstant hohen Niveau. Damit unterstreicht die Branche die wachsende Bedeutung von Wartungs- und Serviceleistungen sowie langfristigen Kundenbeziehungen.
Auch bei der Beschäftigung zeigt sich eine stabile Entwicklung. Im Juni 2026 waren in der maritimen Zulieferindustrie rund 65 000 Menschen beschäftigt. Das entspricht einem Anstieg von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und spiegelt nach Einschätzung der VDMA MES zugleich Produktivitätssteigerungen wider.
Besonders dynamisch entwickelte sich der Auftragseingang. Im Jahr 2025 legte dieser durchschnittlich um 5 Prozent zu, nachdem im Vorjahr bereits ein Plus von 4,6 Prozent erzielt worden war. „Für das laufende Jahr zeichnet sich laut Einschätzung der teilnehmenden Unternehmen ein konstanter oder zunehmender Auftragseingang ab“, so Sebastian Meise, Vorstandsmitglied der VDMA MES und Geschäftsführer der Vulkan Kupplungs- und Getriebebau Bernhard Hackforth GmbH & Co. KG.
Um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, fordert die Branche bessere Rahmenbedingungen am Standort Deutschland und in Europa. Dazu zählen unter anderem niedrigere Belastungen bei Energie-, Personal- und Steuerkosten sowie ein Abbau regulatorischer Hürden. Zugleich setzt die maritime Zulieferindustrie auf eine engere Zusammenarbeit innerhalb Europas und eine stärkere Diversifizierung ihrer Exportmärkte. Neben China, wo rund 60 Prozent aller Schiffe gebaut werden, gewinnen nach Einschätzung der VDMA MES insbesondere Südkorea, Japan und Indien an Bedeutung.
Als zentrale Wachstumstreiber sieht die Branche die Transformation der Schifffahrt hin zu klimafreundlichen und effizienten Technologien sowie den Ausbau der Verteidigungsfähigkeit in Deutschland. Maritime Zulieferunternehmen entwickeln dafür unter anderem neue Antriebslösungen, intelligente Systemintegrationen und digitale Dienstleistungen. Zusätzliche Impulse erwartet die Industrie zudem durch den Ausbau der Marine im Rahmen des Programms „Kurs Marine 2035“.
„Durch unseren Vorsprung bei innovativen und effizienten Lösungen können wir als Branche auch international punkten und erfolgreich sein“, so Meise. Voraussetzung dafür seien jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen sowie freier und fairer Wettbewerb auf den internationalen Märkten. Martin Johannsmann, Geschäftsführer der SKF Marine GmbH und Vorstandsvorsitzender der VDMA MES, ergänzte, dass Deutschland und Europa vor allem Maßnahmen zur Stärkung ihrer maritimen Wettbewerbsfähigkeit benötigten. Dazu gehörten insbesondere Investitionen in Forschung, Entwicklung, Bildung und Digitalisierung.