Die RoPax-Fähre „Münsterland“ der Reederei AG EMS wurde auf der Werft Koninklijke Niestern Sander BV um 15 m verlängert  (Foto: AG EMS)

„Münsterland“ absolviert technische Erprobungsfahrt

Die auf einen LNG-Antrieb umgerüstete RoPax-Fähre „Münsterland“ der Emder Reederei AG EMS hat kürzlich die technische Erprobungsfahrt absolviert. Dazu gehörten auch das erstmalige Bunkern von LNG als Brennstoff und die Inbetriebnahme der neuen Motorenanlage.

Für die Umrüstung wurde die „Münsterland“ auf der niederländischen Werft Koninklijke Niestern Sander BV in Farmsum bei Delfzijl um 15 m verlängert. In einem neu gebauten Achterschiff wurden alle Komponenten der neuen Antriebsanlage wie der Gastank, die zwei Wärtsilä 20DF-Dual-Fuel-Generatoraggregate, die elektrischen Fahrmotoren, die Azignel-Propeller und die Hilfsaggregate verbaut.

Wie auf der nahezu baugleichen „Ostfriesland“, die bereits 2015 auf LNG-Betrieb umgerüstet wurde, ist auf der „Münsterland“ ein Flüssiggastank vom Typ C (Tiefkühldrucktank) installiert worden. Der Spezialtank ist mit 53 m³ jedoch 8 m³ größer ist als auf der „Ostfriesland“. Das erweiterte Volumen wurde durch einen vergrößerten Innendurchmesser des inneren Tanks und eine verbesserte Isolation und dadurch geringere Schichtbreite ermöglicht. Die Gasventileinheiten konnten zudem im Tankaufstellraum untergebracht werden, sodass dieser Platz im Maschinenraum frei wurde.

Die „Münsterland“ ist das dritte Schiff in der AG EMS-Gruppe, welches mit LNG betrieben wird. „Man hat uns EU-weit als First Mover bezeichnet und das wollen wir bleiben. Dazu gehört, nicht nur die ersten zu sein, die auf LNG setzen, sondern dies auch konsequent weiter zu entwickeln und zu verfolgen“, betont AG EMS-Vorstand Dr. Bernhard Brons.

Die „Münsterland“ wird gegen Ende Januar zurückerwartet und soll künftig wieder auf der Route Eemshaven-Borkum eingesetzt werden.

Das Projekt wird im Rahmen der Umsetzung der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.

Schiffbau
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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