Die „Fritz Knack“ (l.) ersetzt die 28 Jahre alte „Nis Randers“ (Foto: Die Seenotretter – DGzRS, David Hecker)

Seenotrettungskreuzer für die Schleimündung

Der jüngste Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist in Maasholm auf den Namen „Fritz Knack“ (SK39) getauft worden.

Bei dem auf der Fassmer-Werft in Berne/Unterweser entstandenen und in Olpenitz stationierten Spezialschiff handelt es sich um die inzwischen sechste Rettungseinheit der 20-Meter-Klasse der DGzRS. Der Neubau löst die „Nis Randers“ nach 28 Einsatzjahren an der Schleimündung ab.
Mit der Stationierung des Neubaus in Olpenitz werden die Einsatzmöglichkeiten in der westlichen Ostsee verbessert. Die DGzRS hat ihre Doppelstation an der Schleimündung geteilt: Die fest angestellten Seenotretter sind seit Mitte September in Olpenitz stationiert. Das von Freiwilligen gefahrene Seenotrettungsboot „Hellmut Manthey“ (Baujahr 2018) behält seinen Liegeplatz im Fischereihafen Maasholm. Während die „Hellmut Manthey“ hauptsächlich Einsätze im Nahbereich der Schlei und schleiaufwärts fährt, wird die „Fritz Knack“ bis über die deutsch-dänische Grenze hinaus im Einsatz sein. Dank der Verlegung nach Olpenitz gewinnen die Seenotretter wertvolle Zeit, weil sie nun nicht mehr im vielbefahrenen Revierteil zwischen Maasholm und der Schleimündung mit zunächst stark reduzierter Geschwindigkeit auslaufen müssen.
Besondere Merkmale der 22 kn schnellen und nur 1,3 m tiefgehenden „Fritz Knack“ sind eine umfassende Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung an Bord, eine Feuerlöschpumpe mit einer Förderleistung von 2300 l/min zur Bekämpfung von Bränden auf See und die Fähigkeit, sich im Falle des Durchkenterns innerhalb weniger Sekunden selbst wieder aufzurichten.
Der in der bewährten Netzspantenbauweise konstruierte Seenotrettungskreuzer hat in den vergangenen Wochen umfangreiche Erprobungen absolviert. Auf ein Wohndeck, wie es auf anderen Seenotkreuzern eingerichtet ist, verzichtet die DGzRS bei dieser Klasse bewusst. Die Besatzung lebt nicht an Bord, sondern im nahen Stationsgebäude. Innerhalb kürzester Zeit kann die Einheit besetzt werden und zum Einsatz auslaufen.
Neu ist der Typ des offenen Vollkunststoff-Arbeitsbootes in der Heckwanne. Das 5 m lange, 2 m breite und lediglich  30 cm tiefgehende Boot besteht aus äußerst robustem Polyethylen. Seine Manövrierfähigkeit ist vergleichbar mit einem Festrumpfschlauchboot (Rigid Hull Inflatable Boats, RHIB). Jedoch erreicht dieses bis zu 30 kn schnelle sogenannte Rigid Buoyancy Boats (RBB) seinen Auftrieb durch seinen starren leichten Rumpf selbst, ohne Schlauch. Dabei ist es laut DGzRS deutlich robuster, wartungsärmer und nicht zuletzt geräumiger.

Schiffbau
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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