Der Verkauf der Nobiskrug-Werft an die FSG ist abgeschlossen. Darüber informierte Investor Lars Windhorst auf dem Rendsburger Werftgelände  (Foto: Berding/Schiff&Hafen)

Übernahme der Nobiskrug-Werft durch FSG rechtskräftig

Die Rendsburger Nobiskrug-Werft ist offiziell von der Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) übernommen worden. Dies teilte der Insolvenzverwalter Hendrik Gittermann im Rahmen der Betriebsversammlung am 19. August mit. Der Verkauf der Yachtbausparte der Rendsburger Traditionswerft wurde damit abgeschlossen, nachdem das Kartellamt die noch ausstehende Freigabe erteilt hatte.

Durch die Übernahme sind die 280 Arbeitsplätze der Yachtbausparte am Standort Rendsburg zunächst gesichert. Offen ist der Verbleib der Nobiskrug-Stahlbauabteilung mit etwa 30 Beschäftigten, die von der FSG nicht mit übernommen wurde.

Nobiskrug und die FSG gehören damit zur Tennor-Gruppe des Investors Lars Windhorst. „Wir führen hier zwei sehr renommierte und sehr anerkannte deutsche Werften mit langer Historie zusammen“, sagte Windhorst und ergänzte, dass er mit dem Kauf langfristige Ziele verfolge, was er mit einem Zeitraum von zehn bis 20 Jahren bezifferte.

FSG-Geschäftsführer Philipp Maracke wird ab sofort beide Unternehmen in Personalunion führen. „Wir wollen die beiden Werften integrieren. Das ist die Zielstellung, die wir mit dem Kauf der Nobiskrug vordringlich verfolgen. Wir wollen die Bereiche, die man sinnhafterweise zusammenführen kann [vereinen], um Synergien zu heben und um gegenseitig von den Fähigkeiten und Ressourcen zu profitieren“, sagte Maracke. Insbesondere plane er, die Bereiche Konstruktion, Planung, IT, Marketing, Personalwesen und Projektmanagement gemeinsam zu nutzen, bei der Fertigung hingegen werde man „in getrennten Betrieben weiterarbeiten, die aber inhaltlich eine enge Kooperation anstreben werden.“

Bezüglich des Kaufpreises wurde von den Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart, Windhorst bezifferte jedoch sein Gesamtinvest in die FSG und die Nobiskrug-Werft mit rund 150 Mio. Euro. Er selbst wolle sich zudem im Vertrieb und im Marketing „sehr gerne und auch mit Leidenschaft einbringen.“ Er stellte heraus, dass die aktuell größte Herausforderung für die Nobiskrug-Werft sei, die bestehenden Aufträge zu sichern und im Zeitplan und unter Einhaltung der Budgets fertig zu bauen.

Laut Geschäftsführer Maracke wird auf der Nobiskrug-Werft aktuell an fünf Bauprojekten parallel gearbeitet. Neben Neubauten umfassen diese auch Umbauten und Servicearbeiten, wie aktuell das Refit einer Yacht im Trockendock der Werft, die für einen Eigner aus dem arabischen Raum modernisiert wird.

Für die Veräußerung der Stahlbausparte ist Insolvenzverwalter Gittermann „zuversichtlich, auch hierfür zeitnah einen Investor zu finden.“ Es gäbe bereits mehrere sehr ernsthafte Interessenten.

Schiffbau
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
Artikel Redaktion Schiff&Hafen