Die 24,70 m lange „Düsternbrook“ bietet Platz für 140 Passagiere und soll am 1. Juni auf der F2 Schwentinelinie in den Linienbetrieb starten (Foto: SFK)

Vollelektrische Hafenfähre für Kiel

Mit der „Düsternbrook“ hat die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel mbH (SFK) ihre erste vollelektrische Fähre in Betrieb genommen. Die emissionsfreie Hafenfähre wurde von der Holland Shipyards Group in Hardinxveld-Giessendam gebaut und war bereits Ende 2020 nach Kiel überführt worden. Von der niederländischen Werftengruppe stammt auch die Plug-in-Hybridfähre „Gaarden“, die im Juli 2020 an die SFK abgeliefert worden war.

Bei dem 24,70 m langen und 6,50 m breiten Neubau mit einem Tiefgang von 1,60 m handelt es sich um das erste Schiff ohne Verbrennungsmotor, das an der norddeutschen Küste für den öffentlichen Personen-Nahverkehr eingesetzt wird. An Bord befinden sich Kapazitäten für die Beförderung von 140 Personen und 60 Fahrräder. Über zwei 1,60 m breite Zugangsrampen, kommen die Passagiere schnell und bequem an Bord der barrierearmen Fähre.

Der Antrieb basiert auf zwei je 86 kW leistenden Elektro-Motoren und einem unabhängigen Bugstrahler mit einer Leistung von 40 kW. Die Speicherleistung der Batteriepakete beträgt 819 kWh, darüber hinaus wurden 20 Photovoltaik-Solarzellen für die zusätzliche Stromversorgung auf dem Schiffsdach installiert. Die Fähre kann rund zehn Stunden betrieben werden, bevor die Batterien wieder aufgeladen werden müssen. Dazu wurde an den Fähranlegern Bahnhofsbrücke Kiel und Dietrichsdorf die entsprechende Ladeinfrastruktur errichtet. Zur Ausrüstung gehört auch ein automatisches Mooring-System mit elektrisch-hydraulisch betriebenen Festmachlösungen an beiden Seiten des Schiffes, das durch den Kapitän gesteuert wird.

Schiffbau
Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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