Mit der neuen Plattform will Wärtsilä integrierte Lösungen zur Umrüstung von Zweitaktmotoren auf den Betrieb mit sauberen Brennstoffen anbieten (Quelle: Wärtsilä Corporation)

Wärtsilä entwickelt Plattform für die Motorenumrüstung

Der Technologiekonzern Wärtsilä will im ersten Quartal 2022 eine Plattform zur Umrüstung von Zweitakt-Hauptmotoren auf umweltfreundliche Kraftstoffe auf den Markt bringen. Die „Wärtsilä Two-Stroke Future Fuels Conversion Platform“ soll Schiffsbetreiber darin unterstützen, die Emissionen ihrer Bestandsflotte zu reduzieren und die Dekarbonisierung in der Schifffahrt voranzutreiben. Zunächst stehe die Umstellung von Zweitaktmotoren auf den Betrieb mit LNG im Fokus, so Wärtsilä. Die Plattform solle jedoch fortwährend weiterentwickelt werden, so dass auch andere Kraftstoffe eingesetzt werden könnten, sobald sie auf dem Markt erhältlich sind.

Die Umrüstungen werden für Schiffe mit elektronisch gesteuerten Zweitaktmotoren erhältlich sein und können mit dem Wärtsilä-Brenngasversorgungssystem kombiniert werden, um eine schlüsselfertige Komplettlösung anzubieten, so das Unternehmen. Die kryogene Kraftstoffversorgung umfasst ein Einspritzsystem, das eine flexible und optimierte Betriebsleistung unter allen Bedingungen ermöglicht. Die Möglichkeit, auch künftige Umweltvorschriften zu erfüllen, wird Wärtsilä zufolge die Betriebsdauer der Anlagen verlängern.

Das Entwicklungsprogramm, an dem auch das Unternehmen MSC Shipmanagement beteiligt war, wurde kürzlich mit ersten Motorentests im Wärtsilä-Zweitaktmotorenlabor in Triest erfolgreich abgeschlossen. „Wir haben die Entwicklung dieser innovativen Umrüstungslösung mit großem Interesse verfolgt und betrachten sie als ein unterstützendes Element auf dem Weg von MSC zur Netto-Null-Dekarbonisierung bis 2050“, kommentiert Prabhat Jha, Group Managing Director & CEO von MSC Shipmanagement. „Gemeinsam mit Wärtsilä haben wir hohe Erwartungen an die nächsten Schritte dieser Initiative, die mit einer Technologiedemonstration auf einem unserer größeren Containerschiffe mit einer Wärtsilä RT-flex96C-B-Hauptmaschine beginnt und unsere bestehende Flotte für die zukünftigen Emissionsanforderungen fit machen wird."

Bei diesem Motor handelt es sich um ein Zweitakt-Dieselaggregat mit Turboaufladung. Er wurde ursprünglich für große Containerschiffe entwickelt, die mit Schweröl betrieben werden, und kam erstmals 2006 auf der „Emma Maersk“ zum Einsatz. Das erste kommerzielle Umrüstungsprojekt soll bis Mitte 2023 abgeschlossen sein.

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Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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