Zweite Rumpfsektion der „Walther Herwig“ in Stralsund eingetroffen

Ankunft des zweiten Rumpfsegments am Kai der Volkswerft Stralsund (Foto: Thünen-Institut/Eckhard Fraede)

Die zweite Rumpfsektion des Fischereiforschungsschiffes „Walther Herwig“ hat die Stralsunder Volkswerft erreicht. Wie bereits die erste Sektion wurde dieser Schiffsteil ebenfalls mit einem Spezialschiff aus Klaipėda (Litauen) angeliefert. Ende 2024 war der Neubau auf der dortigen BLRT-Werft auf Kiel gelegt worden. Die übrigen beiden Rumpfteile sowie die Aufbauten werden nun direkt in Stralsund gefertigt. Die Fr. Fassmer GmbH & Co. KG ist für den Bau verantwortlich. Das rund 90 m lange Schiff entsteht im Auftrag der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Diese wird die „Walther Herwig“ zusammen mit der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) als Bauaufsicht und dem Thünen-Institut als Nutzer für die deutsche Bundesregierung in Betrieb nehmen.

Der Neubau ersetzt die bisherige „Walther Herwig III“, die 1993 in Dienst gestellt worden war. Zur Ausstattung des neuen Forschungsschiffs gehören unter anderem zehn Labore, zwei Hangars mit Aussetzsystemen, Arbeitskräne sowie Winden für die pelagische und demersale Fischerei. Auch das sogenannte Twin-Trawling, bei dem zwei Netze parallel geschleppt werden, soll möglich sein. Ein großes freies Arbeitsdeck und Container-Stellplätze, teilweise mit Andockmöglichkeiten für spezialisierte Laborcontainer, sollen zusätzliche Flexibilität ermöglichen. Eine geräuscharme Auslegung soll zudem verhindern, dass Unterwasserschall die Untersuchungsobjekte vertreibt.

Der Innenausbau soll voraussichtlich ab Frühjahr 2027 auf der Fassmer-Werft in Berne an der Unterweser erfolgen. Die Indienststellung des neuen Fischereiforschungsschiffs ist für Frühjahr 2028 vorgesehen.

„Mit dem Ersatzbau für das größte Fischereiforschungsschiff des Bundes bekommt das Thünen-Institut als Nutzer des Schiffes eine zeitgemäße Plattform für seegehende Arbeiten. Unsere Forschung liefert die Grundlagen für eine nachhaltige Nutzung der Meere“, so Prof. Dr. Birgit Kleinschmit, Präsidentin des Thünen-Instituts. Die drei Thünen-Fischereiforschungsinstitute sollen das neue Schiff künftig in Nord- und Ostsee sowie im Atlantik zwischen der Sargassosee und Grönland einsetzen.

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