Aker zur Rückkehr in Arbeitgeberverband bereit

Die Aker Werften in Wismar und Warnemünde sind unter Bedingungen zur Rückkehr in den Arbeitgeberverband Nordmetall bereit. Mit der Gewerkschaft IG Metall sei eine gemeinsame Erklärung verfasst worden, wonach Aker den am Dienstag erklärten Austritt zurücknehmen würde, wenn gleichzeitig die IG Metall Verhandlungen zu einem Ergänzungstarifvertrag aufnähme, teilten die Werften am Freitag in Wismar mit. Dabei sollten Fragen wie leistungsorientierte Vergütung oder flexible Arbeitszeiten besprochen werden. Die Gewerkschaft habe die Erklärung aber nicht unterschrieben.

Die Werften waren unmittelbar nach der Übernahme des Pilotabschlusses von Baden-Württemberg für den Bezirk Küste ausgetreten. Er sei zu teuer, hieß es. Die Aker Werften mit insgesamt rund 2300 Beschäftigten sind mit einem Auftragsbestand von 28 Schiffen bis Ende 2010 ausgelastet. Die IG Metall wies die Darstellung von Aker zurück. Grundlage der Gespräche in den vergangenen Tagen sei das so genannte Pforzheimer Abkommen gewesen, wonach Unternehmen zur Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung befristet Sonderregelungen mit ihren Mitarbeitern treffen können, die vom Tarifvertrag abweichen.

Voraussetzung dafür sei jedoch die Mitgliedschaft des Unternehmens im Arbeitgeberverband, sagte Gewerkschaftssprecher Daniel Friedrich. Laut Friedrich hatte die IG Metall Aker bereits im vergangenen Jahr Gespräche unter diesen Voraussetzungen angeboten. Bei Aker galt bereits bis Ende 2006 ein Härtefallregelung, wonach die Mitarbeiter auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten und länger arbeiten mussten. Nach Auslaufen der Regelung müssen die Werften nach eigenen Angaben für dieses Jahr 9,7 Millionen Euro Personalkosten zusätzlich verkraften. Der jüngste Abschluss, wonach die Metall- Beschäftigten für dieses Jahr 4,1 Prozent und im kommenden Jahr nochmals 1,7 Prozent mehr Lohn erhalten, hätte das Unternehmen demnach mit weiteren 4,5 Millionen Euro belastet. Aker war daher aus dem Arbeitsgeberverband ausgetreten. Die Gewerkschaften hatten auf den Austritt mit der Verweigerung von Wochenendarbeit reagiert und auch schon mit Streik gedroht.

 

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