Anlandung australischen Giftmülls vorerst untersagt

Das schleswig-holsteinische Umweltministerium und das Landesamt für Natur- und Umweltschutz (LANU) haben die Anlandung australischen Giftmülls im Elbehafen Brunsbüttel vorläufig untersagt.

„Wir haben das Genehmigungsverfahren gestoppt. Die Genehmigung wird erst dann erteilt, wenn die angeforderten Unterlagen über den Grad der Kontaminierung vollständig in Kiel vorliegen", sagte der Ministeriumssprecher Michael von Abercron. Im Übrigen müssen die Australier noch nachweisen, dass sie im eigenen Land über keine geeigneten Entsorgungsmöglichkeiten für derartige Giftstoffe verfügen. „Wenn dieser Nachweis erbracht wird und uns alle weiteren angeforderten Unterlagen wie zum Beispiel eine genaue Analyse der Giftstoffe zugeleitet werden, gibt es allerdings keinen Grund mehr, den Transport zu untersagen", so von Abercron. Nach internationalem Recht müsse das Kieler Umweltministerium dann der Anlandung im Elbehafen zustimmen.

Der australische Chemikalien- und Sprengstoffhersteller ORICA hatte beantragt,
22 000 Tonnen Müll, belastet mit krebserregendem Hexachlorbenzol (HCB), in 1200 Containern von Sydney nach Brunsbüttel verschiffen zu dürfen. Die erste der vier jeweils 300 Container umfassenden Teilladungen sollte eigentlich am 1. April auf den Weg gebracht werden. Dieser Termin dürfte aber kaum noch zu halten sein. Etwa ein Drittel soll in der Brunsbütteler Sonderabfallverbrennungsanlage (SAVA) vernichtet, der Rest per Bahn von Brunsbüttel nach Nordrhein-Westfalen (Herten, Dormagen, Leverkusen) gebracht werden.

Mehr in der Montag-Ausgbe des THB Deutsche Schifffahrtszeitung

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