Auftragsboom für den Germanischen Lloyd

Der maritime technische Dienstleister Germanischer Lloyd wird mit Aufträgen überhäuft. Im abgelaufenen Jahr erhielt das Hamburger Unternehmen Aufträge zur Klassifikation von 826 neuen Schiffen, teilte der Germanische Lloyd (GL) am Freitag in Hamburg mit. «Darunter waren Containerschiffe, Tanker, Massengutschiffe, Kreuzfahrtschiffe und Hochgeschwindigkeitsfähren», sagte Vorstand Rainer Schöndube. «Und drei U-Boote waren auch dabei.» Der Umsatz der Gruppe erhöhte sich um 14 Prozent auf 363 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter auf mehr als 3200.

Der GL macht drei Viertel seines Geschäfts mit der Schifffahrt, indem er Schiffe technisch überprüft und ihre Sicherheit bestätigt. Weltweit fahren mehr als 6100 Schiffe mit der GL-Klasse, allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 490 Neubauten klassifiziert. Weltweit ist der GL Marktführer bei der technischen Prüfung von Containerschiffen, aber im vergangenen Jahr gab es zudem deutliche Markterfolge bei Tankern. «Der Auftragseingang in diesem Bereich hat sich verdoppelt», sagte Vorstand Hermann J. Klein. «Diese erfreuliche Entwicklung ist das Ergebnis personeller und organisatorischer Weichenstellungen.» Wegen der vielen Aufträge für Tanker gebe es nun eine eigene Abteilung für diesen Schiffstyp mit weiteren Experten.

Nach der Übernahme des GL durch den Hamburger Kaufmann Günter Herz wird sich nach den Worten des Vorstands die Dynamik des Unternehmens verstärken. Herz hält inzwischen mehr als 98 Prozent der Anteile, nachdem er einen feindlichen Übernahme-Versuch des französischen GL-Konkurrenten Bureau Veritas abgewehrt hatte. Zunächst hat Herz den Aufsichtsrat neu besetzt. Den Vorsitz übernimmt der ehemalige Hamburger Finanzsenator Wolfgang Peiner. Außerdem ziehen Christian Herz - der Sohn von Günter Herz - und Rainer Kutzner in den Aufsichtsrat ein. Weitere Mitglieder bleiben Hans-Jürgen Froböse, Jürgen Kennemann und Frank Leonhardt sowie die Arbeitnehmervertreter Jochen Thies, Jürgen Weise und Jürgen Wittburg.

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