Die Präsentationen, die im Rahmen der Gründungsversammlung des neuen „Decarbonization and Sustainability Committee“ gehalten wurden, legten den Fokus auf das regulatorische Klima sowie auf neue Kraftstoffe und Technologien (Foto: DNV)

DNV gründet neues Komitee für Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit

Die Klassifikationsgesellschaft DNV hat kürzlich in ihren Hamburger Büros die Gründungsversammlung des neuen „Decarbonization and Sustainability Committee“ (D&S) abgehalten. Der Ausschuss, dessen Vorsitz Kapitän Stefan Bülow, Managing Partner bei J*S Maritime Partners, innehat, soll ein kollaboratives Zentrum für den Informationsaustausch zwischen Branchenführern und Experten schaffen. DNV plant, das D&S Komitee zweimal im Jahr – im Frühling und Herbst – zu etablieren.

Die Präsentationen, die im Rahmen der Versammlung abgehalten wurden, legten den Schwerpunkt auf die Regulatorik sowie auf neue Kraftstoffe und Technologien. Zum Auftakt führte Tore Longva, Decarbonization Director bei DNV, die Teilnehmer durch aktuelle und künftige Vorschriften, darunter die neue IMO Greenhouse Gas (GHG) Strategie, die Einbeziehung der Schifffahrt in das Emissionshandelssystem der Europäischen Union (EU ETS), FuelEU Maritime, und die Well-to-Wake-Anforderungen.

Weiter ging Benjamin Witt, Principal Environmental Compliance Director, auf den Stand und das Potenzial von Biokraftstoffen ein. Laut seinen Ausführungen zeigten diese bereits Wirkung und seien eine flexible Lösung für die Dekarbonisierung der Branche. Die Grenzen der derzeitigen Produktion, der Liefer- und Verteilungskapazitäten und der starke Wettbewerb mit anderen Sektoren könnten es für die Schifffahrt jedoch schwierig machen, die zur Erfüllung der gesetzlichen Ziele erforderliche Biokraftstoffversorgung sicherzustellen.

Merten Stein, Head of Shipping Advisory für Westeuropa, befasste sich mit dem Potenzial von Onboard Carbon Capture and Storage (OCCS). Diese Technologie sei an Land bereits relativ gut etabliert und befinde sich zur See noch im Aufbau. Sollte sie vollständig umgesetzt werden, könnte sie die längerfristige Nutzung der derzeit gängigen Schiffskraftstoffe ermöglichen. Die Integration mit anderen Systemen an Bord und die unterstützende Infrastruktur für die Lagerung und Entladung seien jedoch noch in der Entwicklung, so Stein.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Beteiligung beim ersten Treffen des Decarbonization and Sustainability Committee und möchten uns bei allen Teilnehmern bedanken“, sagt Sergey Gribanov, DNVs Area Business Development Manager für Deutschland. „Die Dekarbonisierung ist eine Herausforderung, die wir nicht alleine angehen können. Wir benötigen einen gemeinsamen Ansatz, der sich über alle Geschäftsbereiche, Schiffssegmente und Industriesektoren erstreckt. Wir bei DNV wollen dabei helfen, diese Netzwerke der Zusammenarbeit aufzubauen, die die Energiewende in der Schifffahrt ermöglichen und vorantreiben werden.“

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Artikel Redaktion Schiff&Hafen
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