Festgefahrene Fronten bei GL-Bieterschlacht

Bei dem Bieterwettkampf um den maritimen Dienstleister Germanischer Lloyd (GL) sind die Fronten festgefahren. Am Montag bekräftigte der TÜV Süd in München, sein Angebot zur Übernahme des Germanischen Lloyd sei die «beste aller denkbaren Optionen». Das Unternehmen und die Marke blieben ebenso erhalten wie der Standort Hamburg. Der TÜV Süd will den GL als eigenständiges strategisches Geschäftsfeld «maritim» integrieren.

Ähnlich hatte sich bereits am Freitag der französische Konkurrent Bureau Veritas (BV) geäußert und ein verbessertes Angebot angekündigt. Er sehe sich unverändert in einer guten Position, die Zustimmung der Aktionäre zu erhalten, da Bureau Veritas die beste Lösung vorgelegt habe, erklärte BV-Chef Frank Piedelièvre. Bei einer Betriebsversammlung des GL in Hamburg legten sich Vorstand und Betriebsrat am Montag darauf fest, auch das neue Angebot der Franzosen abzulehnen. Die Hamburger wollen nicht vom größeren Konkurrenten übernommen werden.

Als weiterer Interessent hat der Hamburger Kaufmann und Milliardär Günter Herz ein Angebot für den GL abgegeben. Die rund 50 Aktionäre des GL wollen sich im Laufe der Woche eingehender über die Perspektiven und den Wert des Unternehmens informieren und kommen am Freitag zu einer weiteren Aktionärsversammlung zusammen. Bureau Veritas hatte das Bietergefecht im November mit einem feindlichen Übernahme-Angebot eröffnet.

Mehr: In der Tagesausgabe des THB Deutsche Schiffahrts-Zeitung.

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