Guter Börsenstart für HanseYachts

Seit fünfzehn Jahren trotzen die Schiffe der HanseYachts AG den Stürmen auf hoher See, jetzt stellt sich das Unternehmen aus Greifswald auch den Turbulenzen an der Börse. Der Yachtbaubetrieb startete am Freitag als erstes Bootsbauunternehmen in Deutschland auf dem Frankfurter Börsenparkett. Der erste Börsen-Törn ging bei gutem Wind über die Bühne: Das Unternehmen stieg mit 36 Euro und damit deutlich über dem Ausgabekurs von 33 Euro in den Handel ein. Im Laufe des Tages pegelte sich der Preis bei rund 34,50 Euro ein. Marktteilnehmer in Frankfurt sprachen von einem gelungenen Debüt. «Der Kurs wird langfristig gut sein», zeigte sich auch der passionierte Segler und Firmengründer Michael Schmidt am Freitag optimistisch.

Statt auf dem Frankfurter Parkett erlebte der Vorstandsvorsitzende Schmidt den Börsenstart am Freitag im Greifswalder Stammunternehmen. «Hier in Greifswald wird das Geld verdient», begründet der 58-Jährige mit norddeutscher Bodenständigkeit seine Entscheidung. Den Handelsstart am Vormittag hätte er fast in der Entwicklungsabteilung verpasst. Über den ersten Börsentag zeigte sich die gesamte Firmenleitung sehr erfreut: «Ein guter Einstieg. Mit den Erlösen aus dem Börsengang werden wir unsere Erfolgsgeschichte fortsetzen», demonstrierte Finanzvorstand Frank Domeyer Zuversicht.

Das Unternehmen, das vor 15 Jahren mit rund 30 Mitarbeitern mit dem Bau von Kunststoffsegelyachten begann, beschäftigt mittlerweile in Greifswald rund 400 Mitarbeiter. Die zwischen 9 und 19 Meter großen Segelyachten sind von internationalen Fachgremien mehrfach prämiert worden. Das Unternehmen zählt heute nach eigenen Angaben zu den fünf größten Serien-Segelyachtherstellern der Welt.

Der Börsengang spült knapp 80 Millionen Euro frisches Kapital aus den Emissionserlösen von 2,3 Millionen Aktien in die Firmenkassen. Bereits in diesem Jahr will das Unternehmen mit der Umsetzung seiner im Wertpapierprospekt angekündigten Pläne beginnen. Im September soll laut Schmidt im Greifswalder Stammbetrieb mit der Produktion von luxuriösen Decksalon-Yachten begonnen werden. Das Motoryachten- Segment, jüngstes Produktionsstandbein der 1990 gegründeten Firma, soll verstärkt werden. «75 Prozent der verkauften Yachten sind Motorboote. Da wartet ein großer Markt auf uns», sagte Schmidt. In Greifswald soll ein weiterer, sieben Hektar großer Produktionsstandort errichtet werden.

Auch erwägt das Unternehmen näher an die Kunden, den so genannten point of sail zu kommen. «Mit Montagebetrieben, beispielsweise in Nordamerika oder Südeuropa können wir die Transportkosten deutlich reduzieren», erläuterte Schmidt die Strategie. Dies solle aber nicht auf Kosten des Stammbetriebes gehen. «Mit diesen Schritten unterfüttern wir unser Wachstum hier am Standort Greifswald», sagte Domeyer. Bereits jetzt gehen mehr als 70 Prozent der in Greifswald produzierten Yachten ins Ausland. «Ein Seemann hat eben auf allen Meeren eine Braut», sagte Schmidt mit norddeutsche Lässigkeit.

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