Hafen Sassnitz-Mukran baut Eisenbahnfährverkehr aus

Der Fährhafen Sassnitz-Mukran setzt weiter auf den Ausbau der Eisenbahnfährverbindungen nach Skandinavien, ins Baltikum und nach Russland. Das sagte Fährhafen-Chef Harm Sievers am Donnerstag auf einer Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des Hafens. Noch in diesem Jahr werde der Fährbetrieb zwischen Sassnitz- Mukran und dem russischen Baltijsk aufgenommen. Sievers erwartet einen bedeutenden Zuwachs im Gütertransport per Schiene und Schiff. Mit derzeit rund 100 000 so genannten Eisenbahntonnen sei der Bahnbereich im Hafen nicht ausgelastet.

Mukran hat den größten Eisenbahnfährhafen der Bundesrepublik und ist der drittgrößte deutsche Ostseehafen. «Diese Position werden wir weiter festigen und ausbauen können», sagte Sievers. Pro Jahr werden in Sassnitz rund 5,3 Millionen Tonnen umgeschlagen. Der Hafen werde vor allem von der Gewerbeansiedlung, der EU-Osterweiterung und dem wirtschaftlichen Kurs Russlands profitieren. «Daraus wiederum können sich auch neue Kontakte bis nach Fernost ergeben», sagte der Hafenchef.

1986 ist der Fährhafen Mukran mit einer Jahreskapazität von fünf Millionen Tonnen übergeben worden. Damit wollten sowohl die DDR als auch die Sowjetunion den aufwändigen Transit durch das politisch instabile Polen umgehen. Nach der Wende und dem Rückgang des Eisenbahnfährverkehrs wurden rund 87 Millionen Euro in die neue Hafeninfrastruktur investiert. Zusätzliche Fähranleger wurden gebaut. Ein Passagierterminal, Gewerbeflächen und ein Fischverarbeitungszentrum entstanden. Die Ansiedlung weiterer hafennaher Industrie ist geplant.

Der Hafen mit seinem Tiefwasserbereich kann ohne Lotsen angesteuert werden und ist an Land sowohl für Züge mit russischer Breitspur als auch für die europäische Normalspur ausgelegt. Im ersten Halbjahr 2006 wurden in Mukran rund 2,5 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Knapp 314.800 Passagiere wurden befördert.

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