Hafenfirmen wollen Freihafen abschaffen

Die Hamburger Hafenunternehmen verstärken ihren Druck auf die Politik, die Freihandelszone abzuschaffen und das Hamburger Stadtgebiet zu einem einheitlichen Zollbezirk zu erklären. «Es muss schnellstmöglich eine Entscheidung für die Auflösung der Freizone getroffen werden, um die zum Teil erheblichen Beeinträchtigungen im Verkehrsfluss und bei der Zollabwicklung nicht noch weiter zu verschärfen», heißt es im Jahresbericht des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg (UVHH), der am Montag veröffentlicht wurde. Um die Funktionsfähigkeit des Hafens sicherzustellen, sei die Zollabfertigung auf den Terminals rund um die Uhr zwingend.

Wegen der dynamischen Entwicklung des Containerumschlags wird nach Einschätzung der Hafenunternehmen zudem der Neubau eines Containerhafens in Moorburg früher als geplant erforderlich. «Daran bestehen aus Sicht der Hafenwirtschaft keine Zweifel», heißt es in dem Bericht. Deshalb müsste die bis 2035 geltende Veränderungssperre in Moorburg verkürzt und die eigentums- und planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Hafenerweiterung geschaffen werden. Weiter fordern die Unternehmen erneut einen «Masterplan Hafenentwicklung», um den Standort wettbewerbs- und zukunftsfähig zu gestalten und die Umschlagspotenziale zu realisieren.

Das Wachstum des Hamburger Hafens hat sich in den ersten neun Monaten dieses Jahres fortgesetzt. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres erhöhte sich der Umschlag um 8,5 Prozent auf mehr als 100 Millionen Tonnen. Für das Gesamtjahr erwartet der UVHH erstmals mehr als 130 Millionen Tonnen Güterumschlag im Hamburger Hafen, nach 125,7 Millionen Tonnen im Vorjahr. Der Containerumschlag stieg in den ersten neun Monaten um 9,1 Prozent auf 6,5 Millionen Standardcontainer (TEU), was auf ein Gesamtergebnis am Ende des Jahres von 8,8 bis neun Millionen TEU schließen lasse (Vorjahr: 8,1 Mio TEU). Wichtigster Handelspartner des Hafens bleibt mit weitem Abstand China.

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