Kapitän kommt vor Gericht

Rund ein Jahr nach dem Grenzzwischenfall in den deutsch-polnischen Ostseegewässern kommt das Verfahren gegen den deutschen Kapitän der «Adler Dania» und gegen zwei weitere führende Mitarbeiter der Adler-Reederei vor Gericht. Das Amtsgericht Wolgast will eigenen Angaben zufolge am 30. Oktober 2007 verhandeln. Die von der Staatsanwaltschaft Stralsund beantragten Strafbefehle seien nicht erlassen worden, weil noch Klärungsbedarf bestehe, sagte Gerichtssprecher Konstantin Tränkmann am Freitag und bestätigte einen Bericht der «Ostsee-Zeitung».

Für den Kapitän hatte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Nötigung und Freiheitsberaubung eine Freiheitsstrafe von acht Monaten gefordert, die zu einer Bewährungsstrafe ausgesetzt werden soll. Für den Betriebsleiter der Reederei in Heringsdorf und für den Inhaber der Adler-Schiffe Insel- und Halligreederei hatte die Anklagebehörde wegen des Verdachts der Mittäterschaft an der Freiheitsberaubung Geldstrafen von 60 Tagessätzen zu 20 beziehungsweise 150 Euro beantragt.

Das Ausflugsschiff war im Oktober 2006 von der deutschen Seite der Insel Usedom in Richtung des polnischen Swinemünde aufgebrochen. Nach einem Konflikt mit zivil gekleideten polnischen Zöllnern an Bord, die die Warenbestände inspizieren wollten, hatte der Kapitän der «Adler Dania» kurz vor dem Anlegen in Polen abgedreht und war mit den polnischen Beamten an Bord in deutsche Gewässer zurückgekehrt. Bei dem Vorfall Mitte Oktober sollen nach früheren Angaben des deutschen Kapitäns und der Crew der «Adler Dania» auch Schüsse gefallen sein. Diese Aussagen konnten aber nicht bestätigt werden.

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