Kapitän überlebt Fährunglück

Nach dem Fährunglück vor der indonesischen Insel Java haben Marine-Helfer den Kapitän des gesunkenen Schiffes als einen der letzten Überlebenden gerettet. Der Mann sei einer von 13 Schiffbrüchigen gewesen, die fünf Tage nach dem Unglück auf einer unbemannten Bohrinsel gefunden wurden, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Insgesamt konnten 230 Passagiere der in der Nacht zum vergangenen Samstag in einem Sturm gesunkenen Fähre «Senopati Nusantara» lebend geborgen werden. Sieben Tote wurden gefunden. Für die rund 400 noch vermissten Passagiere gibt es kaum noch Hoffnung.

Der Kapitän, der vor dem Unglück per Funk noch Hilferufe gesendet und schwere Sturmschäden an dem Schiff gemeldet hatte, trieb für mehrere Tage auf hoher See und konnte sich dann auf der Öl-Plattform in Sicherheit bringen. Nach seiner Rettung am Mittwochabend (Ortszeit) wurde er zunächst zur Behandlung in ein Marine-Krankenhaus gebracht. «Er ist sehr deprimiert», sagte ein Marine-Sprecher. Andere Überlebende berichteten über erschütternde Szenen während des Untergangs der Fähre. Viele kämpften demnach verzweifelt um einen Platz in den Rettungsbooten und mühten sich in Todesangst in Schwimmwesten. Zahlreiche Passagiere hätten sich inmitten acht Meter hoher Wellen an Holzplanken geklammert, um ihr Leben zu retten. Die Suche nach Überlebenden soll auch heute (5.1.) fortgesetzt werden. «Wir wurden angewiesen, so lange wie möglich weiter zu machen», sagte einer der Rettungskräfte. Der Suchradius wurde noch einmal vergrößert. Sieben Marine-Schiffe, drei Flugzeuge und zwei Hubschrauber wurden eingesetzt.

Die verunglückte Fähre galt nach Behördenangaben als seetüchtig und war noch relativ neu. Indonesische Passagierfähren sind allerdings bekannt für ihren geringen Sicherheitsstandard und nehmen oft mehr Passagiere auf als erlaubt.

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