Kutter mit Besatzung in der Nordsee vermisst

Bei einem Drama auf der stürmischen Nordsee hat ein Großaufgebot von Rettungskräften am Donnerstag verzweifelt nach einem vermissten Fischkutter und der vierköpfigen Besatzung gesucht. Die Hoffnung, die Seeleute auf rauer See noch lebend zu bergen, sank von Stunde zu Stunde. Am Mittag fanden Einsatzkräfte nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eine leere Rettungsinsel. Die Suche nach den vermissten Fischern aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurde am Nachmittag nach Stunden vergeblicher Suche unterbrochen.

Vom Kutter «Hohe Weg» war am späten Mittwochabend ein letztes automatisches Alarmsignal empfangen worden. Seither gibt es der DGzRS zufolge «keine Spur» über den Verbleib des Schiffes. In pausenlosem Einsatz versuchten die Retter mit sechs Seenotkreuzern, weiteren Schiffen, zwei Flugzeugen und vier Hubschraubern das Leben der vier Fischer zu retten.

«Von dem Schiff selbst gibt es noch keine Spur», sagte ein DGzRS-Sprecher. Aller Wahrscheinlichkeit nach sank die «Hohe Weg» in der Deutschen Bucht, 16 Seemeilen vor Helgoland. «Denkbar ist, dass eine Welle den Kutter erwischt hat und er gekentert ist», sagte der Sprecher. Durch den Wind könnte das havarierte Schiff auch weg getrieben worden sein. In der Nähe der letzten bekannten Position sei starker Dieselgeruch festgestellt worden. Es hätten auch Gegenstände von dem Kutter im Wasser geschwommen.

Die Wassertemperatur der Nordsee lag bei 10,5 Grad. Die Suche wurde nach Angaben der Marine durch schlechtes Wetter mit orkanartigen Böen und Wellenhöhen von bis zu drei Metern stark beeinträchtigt. Das Seegebiet sei weitgehend abgesucht, sagte eine Sprecherin der Seenotleitung Bremen am Nachmittag zur Unterbrechung der Suche. Durch zunehmende Wetterverschlechterung sei der Einsatz von Sonar-Ortungsgeräten zur Suche nach dem Wrack derzeit nicht möglich.

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