"Napoli": Sorge vor Umweltkatatstrophe wächst

Nach der Havarie des 62 000-Tonnen-Frachters «Napoli» an der südenglischen Küste befürchtet die königliche britische Vogelschutzgesellschaft, dass bis zu 10 000 Seevögel einer Ölpest zum Opfer fallen könnten. Nach Schätzungen sind bislang rund 600 Vögel tödlich verschmutzt oder schon tot. Inzwischen hat sich nach Angaben der Küstenwache vom Donnerstag ein 30 Meter breiter und mehrere Kilometer langer Ölteppich gebildet.

Der mit 2400 Containern beladene Frachter war in der vergangenen Woche durch den Orkan «Kyrill» manövrierunfähig geworden und drohte zu sinken. Die Küstenwache schleppte das Schiff daraufhin vor die Küste der Grafschaft Devon. Bergungstrupps sind dabei, aus dem Rumpf des halbgesunkenen Schiffes Tausende Tonnen Öl abzupumpen und mit kleineren Schiffen abzutransportieren. Am Wochenende soll mit der Bergung der auf dem Schiff verbliebenen Container begonnen werden.

Von der Fracht wurden auch rund 50 Container an die Küste gespült, die dann von Strandräubern geplündert wurden. Einige Diebe zogen sogar mit teuren Motorrädern ab, die an Bord der «Napoli» waren. Ein Teil der Beute tauchte bei Versteigerungen im Internet auf. Das Auktionshaus eBay kündigte daraufhin an, den Verkauf von «Napoli»- Strandgut zu stoppen. Nach britischem Recht müssen mitgenommene Güter vom Strand innerhalb von 28 Tagen bei den Behörden gemeldet werden. Bis zur Entscheidung, ob die «Finder» die Ware behalten dürfen, kann es ein Jahr dauern.

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