Neuer Museumsfrachter für Hamburg

Die Stiftung Hamburg Maritim hat den Frachter «Old Lady» als Museumsschiff für den Hamburger Hafen gekauft. «Die Tinte unter dem Vertrag ist gerade trocken», sagte der Vorstand der Stiftung Maritim, Joachim Kaiser, am Donnerstag. Das knapp 94 Meter lange Schiff werde voraussichtlich Mitte Februar an den 50er- Schuppen im Hafen festmachen. Als Preis nannte Kaiser 450 000 Euro, die aus Spenden aufgebracht werden. Die «Old Lady» fuhr für eine türkische Reederei auf dem Schwarzen Meer. Das Schiff war 1958 in Rendsburg als «Bleichen» für die Hamburger Reederei Gehrckens gebaut worden und soll künftig diesen Namen wieder tragen.

Nach Angaben der Stiftung sei es gelungen, den wohl letzten noch original erhaltenen Frachter dieser Schiffsbaugeneration vor dem Hochofen zu bewahren. Zum Jahresende sollte die «Old Lady» zum Abwracken verkauft werden, weil der Betrieb unrentabel geworden war. «Dass ein über 48 Jahre im Einsatz befindliches Frachtschiff noch zu über 90 Prozent dem Bauzustand entspricht, kommt einem Wunder gleich», sagte Kaiser. Bevor das Schiff von der 22 Mann starken Besatzung nach Hamburg gebracht wird, steht im Januar eine Werftüberholung in Istanbul an, die Kaiser selbst überwachen will.

Als «Bleichen» soll das Schiff nicht nur ein Kernstück des maritimen Museums an den 50er-Schuppen auf der südlichen Elbeseite werden, sondern auch Fahrten auf Nord- und Ostsee unternehmen. «Wir sehen in der «Bleichen» einen idealen Botschafter Hamburgs», sagte Stiftungsvorstand Reinhard Wolf. Die Stiftung lädt Interessierte ein, bei Restaurierung und Betrieb des Schiffes zu helfen (info@stiftung-hamburg-maritim.de). Anfang 2007 soll ein Betriebsverein «Freunde des Stückgutfrachters Bleichen» gegründet werden, sagte Wolf. Der Finanzvorstand der Stiftung, Claus Liesner, dankte den Spendern. «Innerhalb weniger Wochen haben wir den Kaufpreis durch viele Einzelspenden zusammenbekommen. Dies zeigt uns auch, wie bekannt dieses Schiff und seine ehemalige Reederei im Hafen noch sind.»

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