Neues Frühwarnsystem für Sturmfluten

Ein neues Frühwarnsystem für Sturmfluten soll in der Nordsee erprobt werden. Kurz vor Beginn der Herbststürme sind am Mittwoch die ersten Sensoren im Büsumer Hafen in Schleswig-Holstein installiert worden. Das so genannte Ozean Monitoring System (OMS) soll unter anderem Daten zu Wassertemperatur, Strömungs- und Windgeschwindigkeit sowie Windrichtung und Wellenhöhe zusammentragen.

«Wenn der so genannte Hafentest erfolgreich verläuft, wird ein Tonnenleger die mit High-Tech-Systemen bepackten Bojen in die offene Nordsee bringen», sagte Projektmanager Bernhard Schell. Ein 14- köpfiges Konsortium aus Hochschulen und Unternehmen ist für die Erprobung zuständig.

Das OMS sammelt Daten am Meeresboden und an der Meeresoberfläche. Diese Informationen werden gemeinsam mit Fernerkundungsdaten von Satelliten, Küstenradar sowie Spezialgeräten in einem Lagezentrum analysiert, sagte Schell. Im Katastrophenfall könne so binnen weniger Minuten in den betroffenen Küstengebieten Alarm ausgelöst werden. Strömungsmessungen verbesserten zudem die Suche nach Schiffbrüchigen oder könnten bei Umweltkatastrophen den Weg von Ölteppichen vorhersagen.

Die Versuchsanlage soll die Küstengewässer vor der Westküste Schleswig-Holsteins, die Elbmündung und die Umgebung der Insel Helgoland überwachen. «Sie soll bis Ende 2007 so perfektioniert sein, dass sie weltweit als System verkauft werden kann», sagte Schell. Das rund 4,5 Millionen Euro teure Projekt wird zur Hälfte von der Kieler Landesregierung gefördert.

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