Neuvermessung von Schifffahrtswegen

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat mit der Neuvermessung von wichtigen Schifffahrtswegen in Nord- und Ostsee begonnen. Eine der am stärksten befahrenen Schifffahrtsrouten in Europa, die Kadetrinne zwischen Mecklenburger Bucht und der dänischen Insel Falster, soll nach zehn Jahren erstmals komplett neu vermessen werden, sagte BSH-Präsident Prof. Peter Ehlers am Dienstag in Hamburg. In der Nordsee soll mit den Zufahrten zu Elbe und Weser begonnen werden. Das BSH habe die Federführung bei dem internationalen Projekt, mit dem die Sicherheit im Schiffsverkehr verbessert werden soll, sagte Ehlers. Er verabschiedete das Mess- und Forschungsschiffs «WEGA», das zur BSH-Flotte von insgesamt fünf Schiffen gehört.

Wie Ehlers weiter berichtete, arbeitet das BSH mit Hochdruck am Genehmigungsverfahren für die Erdgas-Ostseepipeline von Russland nach Deutschland. Er sprach von einem «gewaltigen Zeitdruck». Die Pipeline soll 2010 fertig sein und dann Erdgas von Russland durch die Ostsee unter Umgehung anderer Länder direkt nach Deutschland bringen. «Die Energieversorgung hängt davon ab, das alles reibungslos läuft», so Ehlers. Am Montag war es zu einer Unterbrechung russischer Öllieferungen durch eine über Land verlaufende Pipeline gekommen.

Das BSH führt gemeinsam mit dem Bergamt Stralsund das Genehmigungsverfahren für Deutschland. Zunächst werde festgelegt, welchen Umfang die Untersuchungen haben müssen. Bei allem Zeitdruck hingen Genehmigung und Dauer des Verfahrens davon ab, dass die Antragsteller alle notwendigen Untersuchungsdaten vorlegen. Durch die Pipeline, die nach Schätzungen bis zu sechs Milliarden Euro kosten wird, sollen nach Betriebsbeginn jährlich zunächst 27,5 Milliarden Kubikmeter Gas geleitet werden. Später soll die Kapazität verdoppelt werden. Als Anlandepunkt in Deutschland ist Lubmin am Greifswalder Botten vorgesehen. Der russische Gaskonzern Gazprom hält 51 Prozent an dem Projekt, auf deutscher Seite sind die E.ON-Tochter Ruhrgas und die BASF-Tochter Wintershall beteiligt.

Mehr: In der Tagesausgabe des THB Deutsche Schiffahrts-Zeitung.

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