Norwegische Reedereien an Route über Fehmarnbelt interessiert

Die Fährroute über den Fehmarnbelt ist offensichtlich trotz der geplanten festen Beltquerung für Reedereien interessant. Die beiden norwegischen Unternehmen Bastø Fosen und Eidsiva hätten Interesse angemeldet, eine Verbindung zwischen dem deutschen Hafen Puttgarden und Rødby in Dänemark zu betreiben, sagte ein Sprecher des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium am Freitag. Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der «Lübecker Nachrichten». Die Norweger stünden in Gesprächen mit der Reederei Scandlines, die die Route über den Fehmarnbelt bedient und der der Fährhafen in Puttgarden gehört.

Eine Sprecherin von Scandlines in Rostock wollte zu den Berichten keine Stellungnahme abgeben. In der Vergangenheit hatte es mehrfach Versuche von anderen Reedereien gegeben, das Monopol der deutsch- dänischen Reederei Scandlines zu brechen. So hatte die Stena-Line vor rund 20 Jahren Pläne für einen eigenen Fährhafen auf Fehmarn vorgelegt, die aber nie verwirklicht wurden. Auch Eidsiva hatte Ende der neunziger Jahre über ihr Tochterunternehmen Easy Line versucht, eine Mitbenutzung des Fährhafens in Puttgarden vor Gericht durchzusetzen.

Die Tatsache, dass zwei Reedereien trotz der geplanten Brücke Interesse an einer weiteren Fährlinie auf der Route bekunden, zeige, dass die feste Querung nicht unbedingt zu einem Abbau von Arbeitsplätzen auf Fehmarn führen müsse, sagte die Ministeriumssprecherin. Die Gegner der Brücke über die Meerenge zwischen Deutschland und Dänemark befürchten, dass Arbeitsplätze auf den Fähren und im Hafen verloren gingen, wenn der Fährbetrieb nach Fertigstellung der Brücke wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt werden würde. Auch Mecklenburg-Vorpommern hat sich gegen den Brückenbau ausgesprochen.

 

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