Oetker mit wachstumsstarker Schifffahrt

Die Bielefelder Oetker-Gruppe erwartet das stärkste Wachstum in den kommenden Jahren in der Schifffahrt, sagte Konzernchef August Oetker im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Die gesamte Oetker-Gruppe hat im vergangenen Jahr mit rund 23 000 Beschäftigten erneut sieben Milliarden Euro Umsatz übertroffen und nochmals zugelegt.

August Oetker, der seit 1981 die Geschicke des Familienunternehmens leitet, verteidigte die Ausrichtung als Mischkonzern gegen die Kritik von Analysten. Diese hätten nur kurzfristige Perspektiven im Blick. Die Unternehmenspolitik von Oetker sei langfristig ausgerichtet, darüber herrsche große Einigkeit in den Gremien und der Familie. «Ein Zickzack-Kurs macht keinen Sinn», betonte er. Die Gruppe umfasst auch Luxushotels, Sekt und Wein (Deinhard, Henkell & Söhnlein) sowie Spirituosen (Wodka Gorbatschow), die Condor-Versicherung, das Bankhaus Lampe und eine Chemiefabrik.

Oetker hat eine gut gefüllte Kasse. Das Unternehmen hält eine höhere Liquidität vor, auch um für Zukäufe gerüstet zu sein. Auch deshalb sei die Börse kein Thema. «Einen Börsengang wollen wir nicht. Auch weil wir die Börse nicht brauchen», betont Oetker. Kräftig investiert wird in Schiffe und Container, der mit mehr als drei Milliarden Euro Umsatz größten Sparte. Die Reederei Hamburg Süd zählt zu den weltweit führenden im Frachtverkehr mit Südamerika.

«Wir hatten Nachholbedarf», erklärte Oetker die angekündigte Milliardeninvestition. «22 Schiffe sind bestellt.» Zwei seien inzwischen geliefert, fünf kämen in diesem Jahr hinzu. Die Flotte umfasst rund 140 Schiffe, 90 davon im Container-Linienverkehr. Der Reederei machte in den vergangenen Jahren der Druck auf Fracht- und Charterraten zu schaffen. Bei den Frachtraten zeichne sich eine Kehrtwende ab. Sie stiegen wieder, sagte Oetker. Gespräche mit dem TUI-Konzern über Hapag-Lloyd - die TUI-Tochter schreibt in diesem Jahr rote Zahlen - würden nicht geführt. Spekulationen, dass ein Partner für Hapag-Lloyd gesucht werde, kommentierte Oetker mit den Worten, als «freundlicher Aktionär» stünde man nicht zur Verfügung.

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