Rolls-Royce digitalisiert Ausbildung von Schiffstechnikern der Marine

Kern des neuen Ausbildungskonzepts ist ein sogenanntes Kaltmodell des mtu-Motors 20V 4000 M53B, das seit März in der Marinetechnikschule in Parow zur Verfügung steht (Foto:BAAINBw)
Rolls-Royce Power Systems hat die Ausbildung von Schiffstechnikern an der Marinetechnikschule (MTS) der Deutschen Marine in Parow, Mecklenburg-Vorpommern, digitalisiert. Künftig sollen die angehenden Techniker bereits an Land an einem realitätsnahen Modell des 20-Zylinder-Motors der mtu-Baureihe 4000 trainieren und so praktische Erfahrungen sammeln, bevor sie ihren Dienst an Bord einer F125-Fregatte antreten.
Kern des neuen Ausbildungskonzepts ist ein sogenanntes Kaltmodell des mtu-Motors 20V 4000 M53B, das seit März in der MTS zur Verfügung steht. Der Motor entspricht technisch dem Aggregat, das auf den Fregatten der Baden-Württemberg-Klasse (F125) eingesetzt wird, kommt jedoch ohne Betriebsstoffe wie Kraftstoff, Öl oder Druckluft aus, so Rolls-Royce Power Systems. Ergänzt wird die Anlage durch eine speziell entwickelte Software sowie Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen.
Mithilfe der digitalen Technologien können Wartungs-, Diagnose- und Reparaturprozesse ebenso wie Fehler- und Schadensszenarien realitätsnah simuliert werden, heißt es. Die Schiffstechniker erhalten Zugriff auf alle relevanten technischen Unterlagen und können Betriebswerte auslesen sowie Störungen analysieren und beheben. Eine Virtual-Reality-Umgebung ermöglicht darüber hinaus die dreidimensionale Darstellung des Motors bis auf Kleinteilebene.
Die F125-Fregatten verfügen über vier mtu-Motoren des Typs 20V 4000 M53B, die sowohl für die Stromversorgung als auch für den Antrieb genutzt werden. Die Aggregate wurden von Rolls-Royce Power Systems speziell für die Anforderungen der Deutschen Marine entwickelt und zeichnen sich unter anderem durch hohe Schockfestigkeit sowie einen geräuscharmen Betrieb aus, so der Hersteller.
Neben der digitalen Infrastruktur liefert Rolls-Royce Power Systems auch die praktische Ausstattung für die Ausbildung. Dazu gehören unter anderem robuste Computer, Monitore, mobile Endgeräte, Werkzeuge, Montageplattformen und weitere Komponenten für realitätsnahe Übungen.