Scandlines erhöht Gewinn

Die deutsch-dänische Fährreederei Scandlines AG hat im vergangenen Jahr ihren Gewinn um 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Mit 103,1 Millionen Euro (2005: 69,9 Millionen) sei das beste Ergebnis der Firmengeschichte erzielt worden, teilte das Unternehmen am Freitag an seinem Rostocker Sitz mit. Allerdings entfielen 11,1 Millionen Euro auf den Verkauf von rund zehn Prozent der Anteile an der dänischen Reederei Mols Linien A/S, an der Scandlines nun noch 30 Prozent hält. Mit 76 Millionen Euro sei aber auch das beste operative Ergebnis seit Gründung 1998 erreicht werden. Der Umsatz stieg um 4,6 Prozent auf 546,9 Millionen Euro.

Motor der positiven Entwicklung sei vor allem der Transport von Lastwagen zwischen Mittel- und Osteuropa und Skandinavien, sagte Vorstand Uwe Bakosch. Scandlines werde immer stärker in die Logistikketten der internationalen Transportbranche eingebunden. Insgesamt wurden mehr als eine Million Lkw befördert. Im Güterverkehr gab es 2006 ein Plus von drei Prozent. Im Passagierbereich wurde das Vorjahresergebnis mit rund 20 Millionen Fahrgästen und 4,2 Millionen Autos etwa wieder erreicht. Für 2007 rechnet Scandlines angesichts der guten Konjunktur in den Ostseeländern und der fortschreitenden internationalen Arbeitsteilung mit einem weiteren Wachstum bei Ergebnis, Transportzahlen und Umsatz. Auf einigen Routen stoße das Unternehmen allerdings bereits auf Kapazitätsgrenzen. Daher müssten in den kommenden Jahren neue Schiffe angeschafft werden. Scandlines läuft auf zwölf Strecken 20 Ostseehäfen an.

Die Reederei mit rund 2600 Mitarbeitern gehört je zur Hälfte der Deutschen Bahn und dem dänischen Transportministerium. Beide Gesellschafter wollen verkaufen, die Verhandlungen ziehen sich allerdings hin. Nachdem sich der Aufsichtsrat der Bahn für ein Übernahmeangebot des deutschen Konsortiums BNP (Baltic Ferry Development Group) entschieden hat, verzögert sich die endgültige Entscheidung derzeit wegen innenpolitischer Streitigkeiten in Kopenhagen. Der dänische Scandlines-Chef Peter Grønlund, verlässt das Unternehmen aus Protest gegen den anhaltenden Streit zum 1. Juni.

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