Schiffbauer demonstrierten

Die IG Metall Küste hat am Freitag in Stralsund eine Protestkampagne gegen die Rente mit 67 gestartet. «Schon heute schafft es in den Betrieben kaum einer bis 65 Jahre. Diese Reform geht an der Wirklichkeit vorbei», sagte der IG Metall-Bevollmächtige von Stralsund, Jan Bloempott. Rund 500 Schiffbauer beteiligten sich vor den Toren der Volkswerft an der Aktion. Die Protestkampagne wird am kommenden Dienstag in Wolgast fortgesetzt. Zudem sind Aktionen in Elmshorn, Emden, Bremen und Bremerhaven geplant.

Der Bundestag will in den nächsten Monaten den Gesetzentwurf zur Rente mit 67 verabschieden. Danach soll vom Jahr 2012 an mit der stufenweisen Anhebung des Renteneintrittsalters begonnen werden. Die Rente mit 67 sei ein reines Rentenkürzungsprogramm, sagte Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Hamburg. Die Gewerkschafterin forderte einen flexiblen Renteneintritt und eine Fortsetzung der Altersteilzeit-Regelungen über 2009 hinaus.

Vor allem die über 50-jährigen Schiffbauern seien besorgt, die körperlich schwere Belastung nicht bis zum Rentenalter ertragen zu können, sagte Volkswerft-Betriebsrat Jürgen Kräplin. Konsequenz werde sein, dass Unternehmen kranke ältere Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit schicken, befürchtet der Betriebsrat. Ein Großteil der 300 älteren Schiffbauer in Stralsund werde in den nächsten Jahren nicht mehr über die Altersteilzeit in Rente gehen können, sollte die Regelung nicht fortgeführt werden, sagte Kräplin. Die Stralsunder Volkswerft beschäftigt 1300 Mitarbeiter.

Junge Schiffbauer demonstrierten mit Plakaten mit der Aufschrift «Die Jugend Hartz IV, die Alten (ihr bleibt hier)» gegen die Pläne der Bundesregierung. Sie befürchten, dass die geplante Neuregelung ihnen den Weg ins Berufsleben versperrt. Mit der schrittweisen Anhebung des Rentenalters wären sie auch diejenigen, die am längsten arbeiten müssten, sagte Bloempott. Nur noch 40 Prozent der über 55-Jährigen in Deutschland sind seinen Angaben zufolge berufstätig.

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