Seehafen Kiel wächst um sechs Prozent

Kiel wird in diesem Jahr voraussichtlich Rostock-Warnemünde als Nummer Eins unter den deutschen Kreuzfahrthäfen ablösen. 115 Anläufe seien in der kommenden Saison geplant, sagte am Donnerstag der Geschäftsführer des Seehafens Kiel, Dirk Claus. 2006 waren es 93 Schiffe mit knapp 155 000 Passagieren gewesen. In Rostock werden 2007 rund 100 Besuche erwartet. Kiel sehe sich aber nicht als direkter Konkurrent zur Hansestadt, betonte Claus. «Es kommt auch nicht nur auf Zahlen an.» Auch Schiffsgrößen und Inszenierung seien wichtig. «Ich rechne damit, dass wir in den nächsten fünf Jahren 150 Anläufe erreichen», ergänzte der Kieler Hafenchef. Hintergrund des Rückgangs in Warnemünde ist unter anderem die Pleite eines Anbieters.

Claus sagte: «Mit unseren Investitionen werden wir diese Position auch in Zukunft behaupten können.» Er kündigte an, dass in den kommenden Jahren 45 Millionen Euro in Ausbau und Modernisierung des Hafens fließen sollen. Ein zentraler Punkt sei dabei die Umgestaltung des Ostseekais zum neuen Kreuzfahrtterminal. Zurzeit entstehen zwei neue Liegeplätze mit Längen von 360 und 280 Metern. Bei Einlaufen der «Aida Diva» am 24. April soll einer von beiden fertig sein, der andere kurz darauf. «Wir sind mit den Bauarbeiten genau im Zeitplan.» Der Hafen-Geschäftsführer schilderte: «Höhepunkt der Saison ist der 14. Juli, wenn gleichzeitig fünf Kreuzfahrtschiffe anlegen.» An zehn Terminen werden in Kiel drei oder mehr Kreuzfahrtschiffe erwartet.

Erfolge kann der Kieler Seehafen auch beim Frachtgeschäft vorweisen: Die Umschlagsleistung wuchs im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf mehr als fünf Millionen Tonnen. «Ich freue mich, dass wir damit nicht nur an das Wachstum des Vorjahres anknüpfen konnten, sondern den Aufwärtstrend deutlich verstärkt haben», sagte Claus. Getragen werde das positive Ergebnis insbesondere von den Fährverkehren nach Skandinavien, Russland und ins Baltikum. Claus: «Die Fährverkehre tragen inzwischen weit mehr als zwei Drittel zum Gesamtumschlag bei und bilden das Rückgrat des Kieler Hafens.» Besonders beim Fährgeschäft mit Lastwagen wird es nach Erwartung von Reedereien in diesem Jahr Zuwächse geben. Grund sei die Ausweitung der vorgeschriebenen Ruhezeiten für Trucker in diesem Jahr, sagte der Frachtmanager der Stena Line, Ulrich Kock. Davon profitiere die Skandinavien-Route. «Die Fahrer können sich bei uns an Bord ausruhen.» Auch auf den Strecken nach Klaipeda (Litauen) und St. Petersburg wird die Fähre wieder für Lastwagentransporte attraktiver, so der Geschäftsführer der Reederei DFDS Lisco, Heikki Tapionlinna. Der Grund: In Polen gebe es häufiger Polizeikontrollen, um übermüdete Fahrer oder illegal gebunkerte Treibstoffreserven aufzuspüren.

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