ThyssenKrupp kauft Kieler Yacht Club

ThyssenKrupp hat das Clubhaus des Kieler Yacht Clubs samt dazugehörigem Hotel erworben. Das seit langem eng mit dem Industriestandort Kiel verbundene Unternehmen zahlt für die Immobilie in Bestlage an der Förde 2,45 Millionen Euro. Der Kaufvertrag wurde am Donnerstag im Beisein des Vorsitzenden der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Berthold Beitz, und Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz (CDU) beurkundet. Der heute 93-jährige Beitz, er war damals Vorsitzender des Segelsportausschusses des Olympischen Komitees München, hatte 1972 die Regatten vor Kiel organisiert. Es sei ein «großer Moment», dass auf diese Weise die Einheit zwischen Krupp und dem Kieler Yacht Club untermauert werde, sagte Beitz zum Kauf des Clubhauses. Der Kieler Ehrenbürger war jahrzehntelang Generalbevollmächtigter des Krupp-Konzerns.

KYC-Vorsitzender Lothar Jenne dankte Beitz dafür, dass er das Clubhaus in einen sicheren Hafen gebracht habe. Die Beziehungen zwischen Krupp, Kiel und dem Yacht-Club reichen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Im Jahr 1900 war der damalige Kaiserliche Yacht Club in ein Clubhaus eingezogen, das auf einem Grundstück von Friedrich Krupp entstanden war. Das dahinter liegende Logierhaus hatte Krupp eigens für Gäste des Clubs errichten lassen. Vor Olympia 1972 wurde das Haus um- und ausgebaut; in dem Vier- Sterne-Hotel waren unter anderem der spanische König Juan Carlos, der ehemalige griechische König Konstantin und Schweden-König Carl Gustav zu Gast. In den letzten Jahren war das vom Club verpachtete Hotel zunehmend unter finanziellen Druck geraten, ein früherer Pächter ging in Insolvenz.

«Wir freuen uns, durch den Erwerb dieser Immobilie in Top-Lage ein Stück Tradition des Standortes Kiel weiterzuführen», sagte der Geschäftsführer der ThyssenKrupp Real Estate GmbH, Martin Grimm. Den Betrieb des zum KYC-Clubhaus gehörigen Hotels führt vom 1. Juli an das ThyssenKrupp-Unternehmen DeliCate fort. Alle 60 Mitarbeiter werden übernommen. Für den segelbegeisterten Beitz - er war von 1972 bis 1988 auch deutscher Vertreter im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und wurde danach dessen Ehrenmitglied - ist Kiel seit den Olympischen Segelwettbewerben der «Heimathafen» gewesen, wie er vor gut drei Jahren bei der Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt sagte. Kiel war auch Standort der ehemaligen Kruppschen Germania-Werft, die Werft HDW gehört heute zu ThyssenKrupp.

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